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Kulturwissenschaften und Europa Enzyklopädie vielsprachiger Kulturwissenschaften |
Tamás Lichtmann (Budapest/Debrecen)
Kulturbegriffe im Ungarischen
In der ungarischen Sprache wird der internationale Begriff
"Kultur" durch zwei großen Wortgruppen ausgedrückt:
einerseits gibt es das Wort 'KULTÚRA' als ein seit Jahrhunderten
eingebürgerter Ausdruck mit vielen lexikalen Abzweigungen
und Komposita - andererseits gibt es eine große Wortfamilie
'
' bzw. '
' -,
deren sprachhistorische Wurzeln höchtswahrscheinlich auf
eine finno-ugrische Herkunft zurückgehen (zum Wortstamm:
'
' - siehe auch weiter unten). Diese beiden Gruppen
werden oft synonymisch gebraucht, wobei das internationale Wort
'kultúra' nach dem verfeinerten Sprachgeschmack bis heute
noch oft als Fremdwort identifiziert wird, besonders in den Zusammenstellungen
mit 'kultúr-'.
Ein sehr prägnantes Beispiel für diese Unterscheidung
nach sprachhistorischen Kriterien (Fremdwort, Entlehnung - ungarisches
Wort) ist eben der Begriff "Kulturgeschichte", die sowohl
als 'KULTÚRTÖRTÉNET' als auch '
' (történet
= Geschichte) völlig synonymisch ausgedrückt werden
kann, wobei der erste Begriff fremdartig und bis heute als eine
beinahe falsche Wortbildung, der zweite dagegen eindeutig korrekt
klingt. (Es hängt auch damit zusammen, dass die Wortgruppe
mit 'Kultur-' als erstes Glied in Zusammensetzungen aus dem Deutschen
entlehnt wurde, die korrekte ungarische Form des Lehnwortes ist
nämlich: 'kultúra', aber dieses Wort klingt in Zusammensetzungen
höchst ungeschmeidig und schwerfällig. Demgemäß
werden Substantiva mit dem ersten Glied 'kultúra-, fast
nie gebildet. EineAusnahme: 'kultúraellenes' - kulturfeindlich).
Der Begriff "Kultur" wird in manchen Kontexten auch
durch ein drittes Fremdwort 'civilizáció' (d.h.
Zivilisation) ausgedrückt. Alle drei Wörter werden auch
synonymisch gebraucht, wobei das Wort 'civilizáció'
noch fremdartiger klingt als das früher entlehnte 'kultúra'.
Im fachwissenschaftlichen Kontext werden natürlich alle drei
Begriffe unterschieden, in manchen Bedeutungsfeldern können
sie aber semantisch schwer voneinander getrennt werden. Im ungarischen
Synonymenwörterbuch wird der Begriff 'kultúra' auch
mit dem Begriff '
', '
' erklärt
und umgekehrt, und der Begriff 'civilizáció' bedeutet
auch 'kultúra', '
' und '
'. Die
beiden letzteren bedeuten im Ungarischen auch Bildung (allgemeine
Bildung, Erziehung, Schulung). Dagegen heißt ein Mensch
ohne Bildung heißt auf ungarisch 'tanulatlan' (d.h.ungelernt
oder ungelehrt), '
' (d.h.ungebildet),
'neveletlen' (d.h.unerzogen), aber er kann nicht 'kulturálatlan'
(d.h.unkultiviert oder kulturlos) genannt werden.
'Kultúra' ist nämlich - aus dem Gesichtspunkt der
Aneignung - eher mit einem semantischen Umfeld des kollektiven
materiellen und geistigen Gemeinschaftsgut eines Volkes (oder
anderer Menschengruppe) verbunden, '
' und
'
' dagegen eher individuell bestimmt ist. Eine andere
Möglichkeit der Unterscheidung liegt im Grad der Institutionalisierung:
'kultúra' ist eher eine virtuelle Gesamtheit der Kulturgüter,
'
' und '
' dagegen eher
eine institutionalisierte Form derselben (was dem individuellen
Charakter der Erwerbung aber nicht widerspricht). Ebenfalls kollektiv,
sogar meistens universell wird 'civilizáció' verstanden,
als Grundcharakteristikum der Menschheit, oder mindestens als
umfassende "Kultur" eines Zeitalters oder einer "Weltkultur"
(siehe z.B. den kulturphilosophischen Begriff "westliche
Zivilisation", "Krieg der Zivilisationen" im heutigen
Diskurs.
Es ist ein merkwürdiges Phänomen im Ungarischen,
dass zwar der Begriff "Kulturgeschichte" in verschiedenen
Formen ('
', .'kultúrtörténet',
'kultúrhistória') existiert, aber der adäquate
ungarische Begriff für "Kulturwissenschaft(en)"
einfach fehlt. Es gibt wohl einen Sammelbegriff für Geisteswissenschaften
(die in einem deutschen philosophischen Wörterbuch - Stuttgart,
1965, Kröner - mit den Kulturwissenschaften gleichgesetzt
werden). Sie werden mit einem archaisch klingenden ungarischen
Wort 'bölcsészettudományok' genannt (d.h.:
'bölcs': weise, 'bölcsész': Wissenschaftler und
Student an der philosophischen bzw. geisteswissenschaftlichen
Fakultät einer Universität, 'bölcsészet':
Wissenschaften der "philosophischen" bzw. geisteswissenschaftlichen
Disziplinen). In diesem Sinne wird die ungarische Entsprechung
der Kulturwissenschaften (als Geisteswissenschaft) im akademischen
Bereich der Geisteswissenschaften institutionalisiert. Das bedeutet
aber auch, dass die so verstandenen Kulturwissenschaften vorwiegend
die geistigen Wissenschaften beinhalten und sich nur in beschränktem
Ausmaß mit den Naturwissenschaften beschäftigen. Dadurch
wird der Wirkungsbereich der Kulturwissenschaften im Ungarischen
determiniert.
Nach dieser allgemeinen Einleitung werden im folgenden die wichtigsten ungarischen Begriffe der KULTUR (nach den einzelnen Wortfamilien gruppiert), begrifflich definiert, mit einem sprachhistorischen Rückblick ergänzt, semantisch erklärt und systematisch geordnet.
Glossar
'KULTÚRA'
Bedeutungen im zweisprachigen Wörterbuch (ungarisch - deutsch):
In dem "Erläuternden Wörterbuch der ungarischen Sprache" wird das Wort 'kultúra' wie folgt definiert:
Die wichtigsten Wörter der "Wortfamilie":
'kultúra-, Kultur-
Zur Geschichte des Wortes:
Das Wort 'kultúra' wird seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts gebraucht, zunächst in der ursprünglichen lateinischen Bedeutung, als landwirtschaftlicher Begriff, später auch im übertragenen Sinne.
Etymologie: das chronologisch erste Glied der Wortfamilie (kultúra) ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen (lat. Cultura - Bearbeitung, Pflege, Wirtschaft, geistige Bildung [lat. Colere: pflegen, besorgen, anbauen]. In der gleichen Bedeutung kommt es auch in den meisten indoeuropäischen Sprachen (Bebauung, Anbau, Zucht, Züchtung, Kultur).
Auch das Wort 'kulturális' ist international (dt. kulturell, engl. cultural, frz. culturel usw.). Entstanden evtl. im Französischen; ins Ungarische hauptsächlich über das Deutsche mit latinisierter Endung (-is) aufgenommen.
Hierzu gehört auch die Form 'kultúr-, als erstes Glied verschiedener Komposita: 'kultúrállam' (Kulturstaat, seit 1870 im Ungarischen), 'kultúrhistória' (Kulturgeschichte, 1872), 'kultúrnép, (Kulturvolk, 1873) Diese sind Lehnübersetzungen nach deutschen Mustern.
Lexikalische Begriffserklärungen KULTÚRA bzw. KULTUR:
"Kultur - (vom lat. Colere "hegen und pflegen, bebauen, ausbilden, tätig verehren") Ursprünglich Bearbeitung und Pflege des Bodens (lat. Agricultura), um ihn menschlichen Bedürfnissen anzupassen und dienstbar zu machen. Übertragen bedeutet Kultur Pflege, Verbesserung, Veredelung der leiblich-seelisch-geistigen Anlagen und Fähigkeiten des Menschen; entsprechend gibt es Körper-Kultur, seelische und Geisteskultur (in diesem Sinne spricht schon Cicero von cultura animi).
Im umfassendsten Sinne ist Kultur die Gesamtheit der Lebensbekundungen, der Leistungen und Werke eines Volkes oder eine Gruppe von Völkern.
Die Kultur verzweigt sich inhaltlich in die verschiedensten Gebiete: Kulturgebiete oder -provinzen, hauptsächlich: Sitte und Brauch, Sprache und Schrift, Kleidungs-, Siedlungs- und Arbeitsart, Erziehungswesen, Wirtschaft, Heerwesen, politisch-staatliche Einrichtungen, Technik, Kunst, Religion, alles Erscheinungsformen des objektiven Geistes des betroffenen Volkes. Ihrem jeweiligen Stande und Bestande nach kann eine Kultur nur von der Kulturentwicklung oder Kulturgeschichte her verstanden werden; in diesem Sinne spricht man von primitiven und Hoch-Kulturen; Ausartungen der Kultur werden zu Unkultur, oder Hyperkultur. Bei alten Kulturen beobachtet man bisweilen Kulturmüdigkeit, Kulturpessimismus, Kulturstillstand und Kulturverfall. Diese Erscheinungen werden danach beurteilt, wie weit die beteiligten Kulturträger ihrer Kultursubstanz treu geblieben sind. Der Unterschied zwischen Kultur und Zivilisation besteht darin, dass Kultur der Ausdruck und der Erfolg des Selbstgestaltungswillens eines Volkes oder eines Einzelnen ("kultivierter Mensch") ist, während Zivilisation das Insgesamt der Errungenschaften der Technik und des damit verbundenen Komforts ist (Kollektiv); siehe - Kulturphilosophie, Kulturmorphologie, Kultursoziologie, Kulturkritik.
[...]
Kultursysteme, von Dilthey geprägte Bezeihnung der einzelnen Kulturgebiete, soweit sie einen eigengesetzlichen inneren Zusammenhang aufweisen. Kultursysteme sind Religion, Wissenschaft, Recht, Wirtschaft, Kunst, staatliches und gesellschaftliches Leben, Technik.
[...]
Kulturwissenschaft, im allgemeinen gleichbedeutend mit Geisteswissenschaften."
(Philosophisches Wörterbuch. Stuttgart, 1965.)
[...]
"Pflege, Ausbildung und Vervollkommnung der menschlichen Fähigkeiten und Anlagen durch Geistesbildung verstanden. Seit dem 17. Und 18. Jahrhundert - Wandel im Begriff: Es wurde in ihm all das zusammengefaßt, was der Mensch sowohl der Umwelt als auch in seiner eigenen Entwicklung dem sog. natürlichen Zustand hinzufügt.
Erstens materielle Kultur: gesellschaftliche Produktion geschaffenen materiellen Güter (Technik, Städtebau, Siedlungswesen, Nahrungs- und Kleidungsweise, Gesundheitwesen...) Als Vergegenständlichung der schöpferischen Fähigkeiten und Kräfte des Menschen.
Zweitens geistige Kultur: Errungenschaften der geistigen Arbeit des Menschen, in der Wissenschaft, Kunst, Literatur, in der kulturell-technischen Bildung des Menschen, in seinen ästhetischen Ansichten und seinem Geschmach, in seiner Weltanschauung, in seiner Sprache, im Niveau seiner Kenntnisse und Fähigkeiten
Drittens: Sitten und Gebräuche, Gefühle und Gewohnheiten, gesellschaftliche Psychologie. Lebensformen, Verhaltensweisen, Beziehungen der Menschen, Moral, Politik, Recht, Stellung der Frau, Liebe, Ehe, Familie.
Viertens Erziehung, Volksbildungswesen, wissenschaftliche Forschung, Künste und Literatur, Gesundheitswesen, Sport." (Philosophisches Wörterbuch. Leipzig, 1967.)
"1. Die Gesamtheit der materiellen und geistigen Werte, die die Menschheit während ihrer historischen Entwicklung geschaffen hat. Im Niveau der Kultur einer gegebenen Gesellschaft wird zum Ausdruck gebracht, wie weit sie die Gesetzmäßigkeiten der Natur und der Gesellschaft kennengelernt hat und welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie sich im Laufe der Übung angeeignet hat. Die Kultur wird auf materielle und geistige Kultur aufgeteilt. Zur materiellen Kultur gehören die Produktionsmittel, und -gegenstände, die Produkte und die Arbeitsfertigkeiten der Produzenten. Zur geistigen Kultur gehören die gesellschaftlichen Bewußtseinsformen (Wisssenschaften, Künste, Philosophie, Ethik, Recht, Religion), ihre praktischen Verwirklichungen (Volksbildung, Erziehung...) und die im Laufe ihrer Übung entfalteten Fähigkeiten der Menschen.
2. Fachbegriff in der Archeologie für die durch sie geforschten historischen Epochen.
3. Landwirtschaftliche Anbauung, Bestellung, Kultivierung, Pflege, Zucht, Züchtung, Bestand von Kulturpflanzen
4. Biologische Kultur"
(Új Magyar Lexikon. Budapest, 1962)
"(lat. Anbau, Bildung aus dem lat. Verb colere) Gesamtheit von materiellen und geistigen Werten, sowie die Art und Weise ihres Zustandebringens und ihrer Verwendung, die von der Menschheit während ihrer gesellschaftlichen-historischen Praxis geschaffen wurden. Im engeren Sinne wird von materieller Kultur (Technik, Erfahrungen in der Produktion) und geistiger Kultur (Wissenschaft, Kunst, Literatur, Philosophie, Moral, Bildung) gesprochen. Die Kultur ist ein historisches Phänomen, das abhängig von den gesellschaftlichen-wirtschaftlichen Systemen in ständiger Entwicklung begriffen ist." (Filozófiai kislexikon. Bp. 1970.)
"Im breitesten Sinne die den Zielen des menschlichen Wesens entsprechend geformte, umgestaltete, organisierte Natur. Die Natur wird sowohl als äußere (vom Menschen unabhängige objektive) als auch innere, menschliche Natur (die uns mitgeborenen physischen und psychischen Fertigkeiten und Fähigkeiten) sowie als gesellschaftliche Natur (gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten, Tendenzen, Kräfte, Verhältnisse) sowie als die Natur der menschlichen gesellschaftlichen Praxis verstanden.
Im engeren Sinne umfaßt der Begriff Kultur die geistige
Sphäre der Gesellschaft (im Gegensatz zur materiellen Kultur,
die auch Zivilisation genannt wird). Im engsten Sinne bedeutet
sie die Sphären der Erziehung, der Bildung, der Wissenschaft,
der Kunst und des Unterrichts - nicht aber die Moral, das Recht,
die Politik. Dazu kann auch die Kultur des Alltagslebens (Tradition,
Bräuche, Mode, Umwelt) gezählt werden. Jede Form der
ästhetischen Tätigkeit gehört zur Kultur im engsten
Sinne.
(Esztétikai kislexikon. Bp. 1979.)
Exkurs
Eine zusammenfassende Monographie über die ungarische
Kulturgeschichte wird auf ungarisch: 'A magyar
évszázadai'
(d.h. Die Jahrhunderte der ungarischen Bildung) genannt - und
nicht: Die Jahrhunderte der ungarischen Kultur. Eine neu entstandene
Bedeutung wird dem Begriff 'kultúra' vom ungarischen Schriftsteller
Imre Kertész verliehen - in seinem erschütternden
Essay: Der Holocaust als Kultur - 'A Holocaust mint kultúra'.
'KULTUSZ'
Bedeutungen im zweisprachigen Wörterbuch:
Zur Wortgeschichte:
Kultusz: Seit 1693 im Ungarischen, in der Bedeutung: Gottesdienst, Ausübung der Religion, - 1851: Abgöttische Verehrung
(lat. Cultus: Pflege, Kultivierung von etw., Verehrung, Kult)
lat. Colere: pflegen, betreuen, bebauen, verehren
Entspricht: dt. Kult, Kultus, fr. Culte.
In historisch-politischer Bedeutung kommt das Wort als erstes Glied der Komposita vor: 'kultuszminiszter', 'kultuszminisztérium' Erstes Vorhandensein in der Regierung während der ungarischen Revolution 1848.
'
' (Eine Wortfamilie von
'
' -Werk- bis '
' -künstlerisch-)
Die Beschreibung der Wortfamilie wird mit dem Stamm des Begriffs begonnen:
'
'
Bedeutungen im Wörterbuch:
Wortgeschichte:
Nachvollziehbar seit dem 12. Jahrhundert: 'mies' 1181
'
' '
'
1806
Ursprung unbestimmt, evtl. Erbwort aus der uralischen Zeit (in der Bedeutung: machen, ausführen, arbeiten, bauen bzw. Sache, Tat, Handlung, Arbeit). Zum frühen Bedeutungsfeld gehören auch: Kunstgriff, außergewöhnliche Fähigkeit, Wunderkraft, Zauberkraft. Schwäche der Erklärung ist, dass das ungarische Wort bloß in den samojedischen Sprachen eine akzeptable Entsprechung besitzt. Bedeutung 5. (Fabrik) zeigt den Einfluß vom deutschen Werk (Betrieb, Produkt), Bedeutung 6. Lebt hauptsächlich als erstes Glied von Komposita
Die wichtigsten Wörter der Wortfamilie:
Zusammensetzungen (die meisten sind Lehnübersetzungen, entstanden nach deutschen Mustern):
'
' (kausatives Zeitwort, mit Suffix -l gebildet)
treiben, tun, wirken, anstellen, bilden
'
' (Substantiv, aus dem Verb
'mável' gebildet)
Ausbildung, Bildung - Anbauung, Anbau, Bestellung, Kultivierung vom Boden - Abbau, Bau (vom Bergwerk) - Pflege der Künste u. Wissenschaften
'
' - Operation, Aktion (aus dem Verb '
' mit
dem kausativen Suffix -et gebildet)
'
' - ungebildet, unkultiviert;
ursprünglich: (Boden) unangebaut
'
' - Unbildung, Unkultiviertheit,
Unkultur
'
' (Partizip Präsens)- bildend (mit dem Suffix
-
gebildet)
'
' (mit dem reflexiven Suffix -dik
gebildetes Verb) - sich bilden, seine Bildung erweitern, kulturelle
Fortschritte machen, immer gebildeter werden
'
- Bildung, Kultur (Substantiv,
aus dem Verb '
' mit Suffix -és gebildet)
(Ein neues Wort der ungarischen Spracherneuerung/Sprachreform
am Anfang des 19. Jahrhunderts.)
'
' - Kulturgeschichte, Kulturhistorie
Definition: "Kulturgeschichte. Zusammenfassender Begriff für wissenschaftliche Disziplinen der Geschichtswissenschaft, deren Gegenstand die Geschichte der materiellen und geistigen Güter, die die Menschheit in ihrer Geschichte zustande gebracht hat. Die Geschichte der materiellen Kultur beschäftigt sich mit der Geschichte der Herstellung und Verwendung der produzierten Güter. Die Geschichte der geistigen Kultur beschäftigt sich mit der Entwicklung der Bildung und Erziehung, der Wissenschaft und der einzelnen Künste, der Verbreitung der Kenntnisse und Fertigkeiten. Der Begriff Kulturgeschichte wird oft im engeren Sinne für die Bezeichnung der geistigen Kultur verwendet." (Új Magyar Lexikon)
'
' - gebildet, ein Mensch von
Bildung
(Partizip Perfekt - aus dem Verb '
' in
der Bedeutung "bilden" gebildet)
'
' - bilden lassen (Kausatives Zeitwort, Verb)
'
' (Jemand), der bilden läßt
(gramm.) - Kausativ, faktitiv - '
ige'
- kausatives Verb
'
' - Bildung, Kultur - Allgemeinbildung,
Geistesbildung, hochgebildet, von grosser Bildung (Ein neues Wort
der ungarischen Spracherneuerung, Sprachreform am Anfang des 19.
Jahrhundert.)
'
' - kulturfeindlich
'
' - (Bildungs-, Kultur-), Bildungsgrad,
Bildungsstufe, Kulturstufe, Kulturverhältnisse
'
' - Künstler, jmand der eine
künstlerische Tätigkeit ausübt
(Wort der "Sprachreform, Wortbildung nach dem Muster: 'halász' - Fischer)
'
' - Kunst
Die Tätigkeit bzw. das Ergebnis der künstlerischen
Tätigkeit (Wortbildung aus '
'+et)
(künstlerisch, kunstvoll, kunstgemäß,
kunstmäßig, Kunst-, Künstler-)
pl. '
alkotás' - Kunstwerk (aber
auch '
')
'CIVILIZÁCIÓ' - Zivilisation, Kultur, Bildung
Zur Wortfamilie gehören u.a.:
Definition im Lexikon: "Das Niveau, der Stand der gesellschaftlichen Entwicklung, der materiellen und geistigen Kultur in den verschiedenen gesellschaftlichen-wirtschaftlichen Systemen. In der deutschen wissenschaftlichen Fachterminologie wird darunter oft nur der technische Fotschritt, die technische Entwicklung der Geschichte verstanden." (Új Magyar Lexikon)
Verwendete Literatur:
Esztétikai kislexikon. Bp. 1979. Kossuth (Lexikon der Ästhetik)
Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin, 1989. Akademie-Verlag
Etymologisches Wörterbuch des Ungarischen. (Hg. Béla Büky) 1-2. Bp. 1994-97, Akadémiai
Filozófiai kislexikon. Bp. 1970. Kossuth (Philosophisches Lexikon)
Magyar-német nagyszótár. Német-magyar nagyszótár. (Hg.ElÅd Halász) Bp. 1964 (Ungarisch-deutsches, deutsch-ungarisches Wörterbuch)
Magyar értelmez
kéziszótár,
Bp. 1972. Akadémiai. Erläuterndes Handwörterbuch
des Ungarischen)
A magyar nyelv értelmezÅ szótára. 1-7. Bp. 1959-1962. Akadémiai. (Erläuterndes Wörterbuch der ungarischen Sprache)
A magyar nyelv történeti-etimológiai szótára. (Hg. Loránd BenkÅ) 1-3. Bp. 1967-1976. Akadémiai. (Historisch-etymologisches Wörterbuch der ungarischen Sprache)
Idegen szavak és kifejezések szótára (Hg. Ferenc Bakos) Bp. 1973. Akadémiai. (Fremdwörterbuch und Wörterbuch der fremden Ausdrücke)
Magyar szinonímaszótár, Bp. 1978, Akadémiai. (Synonymenwörterbuch des Ungarischen)
Philosophisches Wörterbuch. Stuttgart, 1965. Kröner
Philosophisches Wörterbuch. Leipzig, 1967. VEB Bibliographisches Institut
Új Magyar Lexikon. Bp. 1962. Akadémiai. (Neues Ungarisches Lexikon)
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