Kulturweg Alpen
- INHALT
- Einleitung
Ziele des Projektes Kulturweg
I. Der Kulturweg Alpen
II. Informationsmedien
III. Projektaspekte
- Architektur in den Alpen
Bergbau und Verkehr
Berglandwirtschaft heute
Der "Ötzi" und sein Umfeld
Die Semmeringbahn
Grenzen und Kriege
Kulinarisches
Muren, Lawinen, Bergstürze
Peter Rosegger - Literatur in den Alpen
Alpine Sprachen und Kulturen- IV. Projektpartner
Einleitung
Der Lebensraum Alpen zählt zu den schönsten Natur- und Kulturräumen Europas. Jahrhunderte der Bewirtschaftung haben zu einer beeindruckenden kulturellen Vielfalt des Alpenraumes geführt. Sowohl die Natur als auch diese Kultur ziehen inzwischen jedes Jahr mehr als 100 Millionen Touristen in ihren Bann.
Wege sind ein wesentliches Merkmal der menschlichen Kultur und bilden als Transport- und Verkehrswege eine notwendige Voraussetzung für jede Gesellschaft. Mit der Entwicklung der Freizeit- und Tourismusindustrie in den letzten Jahrzehnten hat sich die Bedeutung von Wegen gewandelt. Wege erschließen uns auch die Natur und die Kultur von Regionen und werden in diesem Sinne auch pädagogisch informierend aufbereitet.
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Die Nachhaltige Entwicklung des Alpenraumes
- Der Kulturweg Alpen soll eine positive Entwicklung des Alpenraumes in wirtschaftlicher aber auch in sozialer und ökologischer Hinsicht unterstützen. Mit der Errichtung einer mehr als 1800 km langen Route werden typische und wesentliche Elemente der alpinen Kultur und Wirtschaftsweise erlebbar macht
- Verstärkung der öffentlichen Wahrnehmung für die Probleme der Biodiversität und Umwelt im Alpenraum sowie für Maßnahmen der nachhaltigen Regionalenwicklung durch Maßnahmen der Sensibilisierung und Information durch die Erstellung verschiedener begleitender Medien
- Gewinnen der Öffentlichkeit in 160 Alpengemeinden für die Anliegen einer Nachhaltigen Entwicklung sowie Maßnahmen zum Schutz wertvoller Ökosysteme
- Motivation zur Durchführung zahlreicher kleiner konkreter Maßnahmen auf Gemeindeebene in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung
- Förderung der Vermarktung regionaler Bioprodukte
- Herausbildung eines eigenständigen touristischen Profils des Alpenraumes, welches auf den Stärken und Besonderheiten der Alpenregion aufbaut
- Förderung eines sanften Kulturtourismus abseits der alpinen Zentren
- Das Projekt stellt einen Beitrag zum "Internationalen Jahr der Berge" und zum "Internationalen Jahr des Ökotourismus" 2002 dar.
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Das Projekt "Kulturweg" greift auf einer Nord- (Italien/Südtirol-Tirol-Salzburg-Oberösterreich-Steiermark-Niederösterreich-Wien) und einer Südroute (Italien/Südtirol-Osttirol-Kärnten-Italien-Slowenien-Steiermark-Niederösterreich-Burgenland) die heute noch sichtbaren Reste traditioneller alpiner Naturelemente, Kulturlandschaften und Kulturen in diesen drei Staaten auf und macht sie entlang eines Weitwanderweges erlebbar. Die etwa 1800 km des Weges verbinden die einzelnen Standorte miteinander in über 100 Tagesetappen.
ZUM VERGRÖSSERN ANKLICKENDer Startpunkt des Kulturwegs Alpen in Müstair an der schweizerisch-italienischen Grenze wurde als Anschlusspunkt an den bereist existierenden Kulturweg Alpen in der Schweiz gewählt. Folgende Elemente des alpinen Natur- und Kulturraumes sollen in den Kulturweg eingebunden werden:
- Besondere Landschaftsformen, die durch die Bewirtschaftung entstanden sind: Almen, Bergwälder, Feldkulturen
- Typische Bauten in der Landschaft: Gehöfte, sakrale Bauten, Zäune, Wege, Straßen, Steige, Bewässerungsanlagen, landwirtschaftliche Gebäude
- Typische Gerichte und Produkte: Käse, Butter, Milch, Speck, Brot, Speckknödel, Kässpätzle, Riebel, Sterz, etc.
- Alpenkultur: Musik, Bräuche, Feste
- Zeugnisse früherer Produktionsformen und einer alpinen Industrie: Mühlen, Bergwerke, Schmieden
- Innovative Entwicklungen im heutigen Alpenraum
- Informationen zur touristischen Infrastruktur (Wege, Verkehrsmittel, Unterkünfte, Verpflegung, Einkauf etc.)
Der Kulturweg Alpen nützt im Sinne der Nachhaltigkeit bestehende Infrastruktur. Es werden keine neuen Wege oder Hütten gebaut.
Der "Kulturweg" fördert die Kenntnisse der wandernden Gäste über lokale Besonderheiten und sensibilisiert so das Bewusstsein für die besuchten Orte und Regionen. Zwischen beteiligten Gemeinden und Körperschaften entsteht ein Innovationsgewinn durch den intensiven Erfahrungsaustausch über die einzelnen Teilprojekte.
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WanderLeseBücher
Als ein zentraler Bestandteil und als ein Informationsmedium des "Kulturweges" werden zwei WanderLeseBücher konzipiert. Diese enthalten die notwendigen touristischen Informationen für die Wanderung und vermitteln andererseits die wichtigsten Sachkenntnisse über die natürlichen und kulturellen Besonderheiten der besuchten Regionen und Talschaften.
Anders als ein Reiseführer versteht sich Kultur hierbei nicht in der Aufzählung kultureller Denkmäler, Kirchen und Sehenswürdigkeiten, sondern stellt immer die Verbindung zwischen der Geschichte regionalen Kultur (Bewirtschaftung, Handel, Produktion) und den heute sichtbaren Elementen in der Landschaft her. Das Format der Bücher eignet sich zum Mitnehmen auf den Etappen des Kulturweges. Für die Produktion der WanderLeseBücher konnte in den Vorarbeiten der österreichische Pichler-Verlag gewonnen werden.
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Architektur in den Alpen
Der Mensch gestaltet die Landschaft in vielerlei Hinsicht. Dafür, wie die Bauten in der Landschaft verteilt sind, hat es schon sehr früh Regeln gegeben. Heute legen dies die Raumordnungsgesetze fest.
Im bäuerlich besiedelten Gebiet hat das Erbrecht großen Einfluss auf die Siedlungsart. Bei der Bauweise der Höfe können wir zwei Prinzipien beobachten, die heute nur mehr wenig Bedeutung haben: Die Baumaterialien stammen überwiegend aus nächster Umgebung, da weitere Transporte zu aufwändig waren. Außerdem wurden die Häuser - besonders an Berghängen - so ausgerichtet, dass möglichst wenig Grundaushub nötig war.
Darüber hinaus haben sich in den einzelnen Landschaften - je nach natürlichen und sozialen Bedingungen - sehr unterschiedliche Bauweisen entwickelt. Die beiden häufigsten Formen sind Ein- und Paarhof. Beides sind kompakte Formen, die sich optimal dem schwierigen Gelände und den nötigen Arbeitsgängen anpassen. Die seltenen Haufen- oder Ringhöfe findet man am ehesten in Kärnten und in der Steiermark.
Der Platz zum Siedeln ist in Gebirgstälern ganz offenkundig gering. In ganz Österreich beträgt der Dauersiedlungsraum 38 %, in Tirol z.B. nur gut 12 %. Obwohl sich die Bevölkerungszahl kaum verändert, ist doch der Raumanspruch pro Einwohner außergewöhnlich gewachsen. Es gibt mehrere Ideen, zu einer flächenschonenderen Bauweise zu gelangen: Durch das Projekt "Dorferneuerung" wird die Bevölkerung auch mit der Problematik der Flächenverknappung konfrontiert und über höhere finanzielle Förderungen sucht man sie für die verdichtete Flachbauweise zu gewinnen. Im Wohnhausbau, der sich in den letzten Jahrzehnten am stärksten entwickelt hat, wurden oft Elemente der Bauernhofkultur übernommen, die aber oft unproportional und unecht wirken und mit dem Begriff "Lederhosenarchitektur" abklassifiziert werden.
Schon in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts hat sich um die Tiroler Architekten Franz Baumann (Nordkettenbahn, Innsbruck 1927/28), Lois Welzenbacher (Wohnhaus in Dreikirchen, Südtirol 1922/23) und den deutschen Architekten Paul Schmitthenner (Berghütte bei Imst 1930) eine neue Stilrichtung entwickelt, die bis in die heutige Zeit nachgeahmt wird. Anliegen dieser Architekten ist es, die Landschaft in ihren verschiedenen Elementen nachzuempfinden und mit einfachen, klaren architektonischen Gestaltungsmitteln zu arbeiten.
Eine interessante Herausforderung für das Bauwesen sind Berghütten. Schon 1930 wurde von Hans Leuzinger am Tödi in der Schweiz ein bemerkenswerter Versuch unternommen, die Planurahütte als Baukörper und mit dem Material in die Bergkulisse einzupassen. Ähnliches gilt für die Sajathütte in Osttirol am Südabhang des Großvenedigers. Ihre verwinkelte Dach- und Mauerstruktur ist in verblüffender Weise an die Flächen und Winkel des Sajatkares angepasst. Ihre Lage hielt man in den Siebzigerjahren für absolut sicher. Dass eine mächtige Lawine sie im April 2001 total zerstören würde, hatte sich niemand vorstellen können.
Literatur
Milan, Wolfgang/Schickhofer, Günther/Spiegler, Arthur: Dorflandschaft. Österreichischer Agrarverlag: Klosterneuburg 1997.
Perlik, Manfred/Bätzing, Werner (Hrsg.): Die Zukunft der Alpenstädte in Europa. Revue de Geographie alpine; Bd. 87/2, Grenoble 1999.
Crepaz, Claudia/Boscoli, Sergio: Bauen im Gadertal, Formen und Farben: Autonome Provinz Bozen/Südtirol: Bozen 1997.
Mayr Fingerle, Christoph (Hrsg.): Neues Bauen in den Alpen. Architekturpreis 1992, 1995 und 1999. Sexten Kultur: Sexten.
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Für den Transport der Erze wurden im Laufe der Geschichte äußerst aufwendige Vorrichtungen geschaffen, die immer wieder, meist als historische Relikte, unsere Wanderungen begleiten. Das gilt sowohl für die Organisation der Erztransporte im Bergwerksbereich als auch für die Weiterleitung zu den Verarbeitungsstätten in den Tälern bzw. außerhalb der Alpen. Dabei erweist sich der Bergbau als Pionier für technische Entwicklungen, wie er es auch im Bereich von Wirtschaft und Sozialwesen ist.
Ein besonderes Beispiel stellt das Blei-Zink-Bergwerk am Südtiroler Schneeberg dar. Hier musste aus dem Bergwerksbereich in etwa 2400 m Höhe das Erz über die Schneebergscharte (2650 m) in das benachbarte Ridnauntaltal transportiert werden. Der Sackzug war die erste Methode, um Erz über steile Gebirgshänge zu transportieren. Dabei wurden mehrere Säcke aus Sauhäuten mit je über 50 kg Erz gefüllt und im Winter auf eigens präparierten Schneebahnen von einem Mann zu Tal gesteuert. Bald schon wurde das Pferd für den Transport über das Gebirge eingesetzt. Je nach Steilheit des Weges wurde die Last am Rücken der Tiere oder auf einer Art von Schlitten transportiert. Für das Säumen war die schneefreie Zeit ideal. Um einen jahreszeitlichen Ausgleich für die Erzmengen zu schaffen, wurden in gewissen Abständen Erzkästen errichtet. Beim Säumen wurde ein Pferd mit etwa 170 kg beladen. Meist bildeten mehrere Pferde mit einem Säumer einen Saumzug. Vom Schneeberg ging es ins Eisacktal und über den Brennerpass nach Hall, wo es auf die Inn-Schiffe verladen wurde. Der Ausbau und die Erhaltung der mittelalterlichen Brennerstraße war auch wegen dieser Transporte von größter Notwendigkeit. Noch im 18. Jahrhundert rechnete man für diese Strecke von 70 km etwa 20 Stunden. Auf dem Rückweg von Hall nahmen die Säumer vielerlei Waren für den Grubenbetrieb mit. Bald wurde aber das Salz aus Hall zum wichtigsten Transportgut. Immer wieder kam es zu Konflikten zwischen den Gewerken, den Säumern und den Bauern. Gelegentlich wurden Säumer aus dem Ridnaun gegen die billigeren aus dem Passeier Tal ausgespielt.
1726 wurde der 730 m lange Kaindlstollen eröffnet, 200 Höhenmeter unter dem Joch, um den besonders mühsamen Weg über die Schneebergscharte zu erleichtern.
Ein entscheidender Fortschritt für das Transportwesen war die Entwicklung der Eisenbahn. Dabei spielten wiederum die Bergwerke eine entscheidende Rolle: Schon aus dem Jahr 1556 belegt eine Abbildung aus dem Bergbau Falkenstein bei Schwaz die Verwendung von Spurschienen für den Erztransport im Berg. Beim sogenannten Spurnagelhund wurde ein Truhenwagen mit einem nach unten weisenden Spurnagel mittels einer aus zwei Brettern bestehenden Schiene in der Richtung gehalten. Auch bei der Entwicklung der ersten kontinentalen Schienenbahnen war - neben militärisch-strategischen Gründen - der Erztransport entscheidend. In Österreich wurde die erste Pferdeeisenbahn von Gmunden nach Budweis für den Salztransport gebaut. Und die erste Dampfeisenbahn diente der Anbindung der schlesischen Bergbaugebiete an die Hauptstadt Wien.
Literatur
Hohn, Manfred: Eisenbahnen am Kärntner Erzberg. Bilder von den Förderbahnen, Bergbauen und Bergleuten am Hüttenberger Erzberg. Geschichtsverein für Kärnten: Klagenfurt 1995.
Tasser, Rudolf:Das Bergwerk am Südtiroler Schneeberg. Athesia: Bozen 1994.
Wehdorn, Manfred/Georgeacopol-Winischhofer, Ute/Roth, Paul W.: Baudenkmäler der Technik und Industrie. Steiermark und Kärnten: Böhlau Wien 1991, Band 2.
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Wahrscheinlich kommt nur wenigen zu Bewusstsein, wie stark die Landschaft, die wir durchwandern, von der Tätigkeit der Bauern geprägt ist. Ein Großteil der Äcker und Wiesen im Tal und im Almbereich sowie der Wälder werden von der bäuerlichen Bevölkerung genutzt und gepflegt.
Eine besondere Sehenswürdigkeit sind sicherlich die Mühlen, die früher fast in jedem Tal anzutreffen waren und meist vom Wasser getrieben wurden. Im Jahr 1900 wurden in Österreich-Ungarn 31.000 Wassermühlen gezählt. Im Wesentlichen unterscheidet man zwei Typen: unterschlächtige bei viel Wasser und wenig Gefälle und oberschlächtige, bei denen geringe Wassermengen mit viel Gefälle und daher großer Kraft von oben her auf das Rad geleitet werden. Neben der Mehl- und Grießherstellung wurde die Wassermühle auch in Holzsägen, zum Ölpressen aber auch im Bergwerksbetrieb eingesetzt. Für die Getreidebauern war die Mühle von großer Bedeutung.
Im Zeitalter der Industrialisierung wurde das Mühlenwesen komplett verändert, zuerst durch die Erfindung der Dampfmaschine, später durch den Elektromotor. Die Mühlen- und Mehlindustrie führte zu einer Vernachlässigung der kleinen Wassermühlen. Erst in den letzten Jahren wurde man wieder auf dieses wertvolle Kulturgut aufmerksam. Sowohl das bäuerliche Selbstbewusstsein als auch der touristische Bedarf haben ein Wiedererwachen der alten Mühlen bewirkt. In vielen Tälern erleben wir renovierte und auch funktionierende Getreidemühlen. In Museen werden viele Details liebevoll aufbereitet und gezeigt.
Höher im Gebirge treffen wir auf Schritt und Tritt Almen und deren Gebäude. Auch hier erleben wir einen markanten Trend, die Almwirtschaft neu zu beleben. Besonders Almen, die an Wanderwegen liegen, haben sich auf die Kunden eingestellt - etwa mit erfrischenden Milchprodukten, aber darüber hinaus gibt es immer mehr Almen, die Abendessen und Frühstück sowie Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. Besonders der auf der Alm erzeugte Käse ist ein geschätztes Produkt. In den letzten Jahren haben sich neue Kooperationen gebildet, um in der Werbestrategie gemeinsam sinnvolle Wege zu gehen.
Bei all diesen Betrachtungen müssen wir bedenken, dass der Anteil der bäuerlichen Bevölkerung in Österreich nur mehr etwa 5 % beträgt. Die Bearbeitung sorgt aber auch wesentlich für das attraktive Aussehen der Landschaft, sodass Gäste gern zu Besuch kommen. Durch das Bewirtschaften der Berghänge und -täler wird zugleich auch das Gefahrenpotential von Muren, Lawinen und Hochwässern vermindert.
Dort ist die Landwirtschaft gekennzeichnet durch Erschwernisse wie die Steilheit der bewirtschafteten Flächen, die ungünstige Verkehrsanbindung und widrige Klima- und Bodenverhältnisse. Die Betriebe in diesem Gebiet werden in vier Erschwerniszonen eingeteilt, und mit Hilfe von Ausgleichszahlungen wird ermöglicht, dass die Bergbauern ihre Produkte dennoch zu fairen Preisen auf den Markt bringen können.
Mit 70.000 Almbauern liegt Österreich EU-weit an der Spitze. Jährlich werden eine halbe Million Kühe, Schafe und Ziegen auf Weiden und Almen aufgetrieben und eine artgerechte, gesunde Tierhaltung wird auf diese Weise garantiert.
In ganz Österreich haben sich etwa 20.000 Bauern der ökologischen Wirtschaftsweise angeschlossen. Da der Großteil der Biobetriebe in Berggebieten angesiedelt ist, wo fast ausschließlich Viehwirtschaft betrieben wird, sind die häufigsten Bioprodukte Milch und Rindfleisch. Bei diesen beiden Produkten herrscht sogar Überproduktion, was zur Folge hat, dass nur die Hälfte als Bio-Ware vermarktet werden kann. Die österreichische Landwirtschaft hat es mit ihrem etwa 9 % Bioanteil zum Spitzenreiter in Europa gebracht. In den letzten Jahren war der Anteil allerdings etwas rückläufig.
Literatur
Bätzing, Werner (Schriftleitung): Landwirtschaft im Alpenraum - unverzichtbar, aber zukunftslos? Blackwell: Berlin 1996.
Bodini, Gianni: Menschen in den Alpen.: Arbeit & Brot. Edition Raetia: Bozen 1991.
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Es war am 19. September 1991. Ein Schmelzwassertümpel in 3210 m Seehöhe veranlasste zwei Bergsteiger zum Abweichen vom Normalweg. Sie wurden auf etwas aufmerksam, was ihnen zunächst wie eine Schaufensterpuppe vorkam. Manchen mag es unverständlich erscheinen, warum man gerade in dieser Höhe einen Urzeitmenschen finden sollte, aber das nahe gelegene Niederjoch wird bis in unsere Zeit von den Bauern benützt, um große Schafherden über den Berg zu treiben. Diese Tatsache lässt den Schluss zu, dass durchaus schon in Urzeiten sowohl Herden über die Höhen getrieben als auch Waren über die Alpen transportiert wurden.
Folgende Fakten wurden festgestellt:
- Der Ötzi war ein Mann und etwa 46 Jahre alt. Von seinem entwässerten Gewicht von 13 kg lässt sich auf ein Lebendgewicht von etwa 50 kg schließen und er war nur 1,59 m groß.
- Botaniker haben Pollenspuren von einer Hopfenbuche im Körper gefunden. Die wächst nur südlich des Alpenhauptkamms, was zum Schluss geführt hat, dass Ötzi aus dem heutigen Südtirol gekommen sein muss.
- Die verschiedenen Datierungsmethoden haben ergeben, dass der Mann zwischen 3350 bis 3100 v.Chr. gelebt haben muss.
- Im Bereich der Lendenwirbelsäule, am Knie und um die Sprunggelenke sind Tätowierungen zu sehen; Es scheint sich um therapeutische Behandlungen an besonders beanspruchten Stellen zu handeln.
- Ötzis Bekleidung zeigt, dass er genau für diese Wanderung zweckmäßig ausgerüstet war, also sich nicht verirrt hatte. Besonders die Schuhe mit einer Kälteisolierung aus Heu und die Sohlen mit überkreuzenden Lederstreifen als Profil zeigen die hohe Handfertigkeit dieser jungsteinzeitlichen Gesellschaft.
- Seine Ausrüstung bestand aus Waffen, Werkzeug, Nahrung, Heilmitteln, Schmuck und einer Rückentrage. Bemerkenswert ist das Beil, denn Beile gehören zu den wichtigsten Funden an sich, aber noch nie zuvor wurde ein vollständig erhaltenes prähistorisches Beil gefunden. Die Klinge besteht aus fast reinem Kupfer; die geringen Anteile von Arsen und Silber weisen auf die Herkunft aus Südtirol oder dem Trentino hin. Ein hoher Arsen-Anteil in den wenigen Haaren von Ötzi zeugen davon, dass er viel mit Kupfer gearbeitet hat. Aufmerksamkeit erregte auch ein Gerät, mit dem Steinwerkzeuge nachbearbeitet werden konnten und das, ähnlich wie ein Bleistift, zu spitzen war.
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Möglicherweise kann man die Geschichte der Eisenbahn im 19. Jahrhundert am besten mit der Erfolgsgeschichte des Computers in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vergleichen. Als 1825 erstmals Güter mittels einer mobilen Dampfmaschine über Land bewegt wurden, revolutionierte das nicht nur das Transportwesen, sondern die gesamte wirtschaftliche Entwicklung erfuhr Impulse ungeahnten Ausmaßes. Das geht schon allein aus dem Verbrauch von etwa 200 Tonnen Eisen für den Bau eines einzigen Schienenkilometers hervor. Allein in Europa wurden bis 1900 etwa 300.000 km verlegt. Österreich-Ungarn übernahm neben England eine Führungsrolle im Eisenbahnwesen. Da in der Monarchie die Verbindung der Hauptstadt mit dem Meer von größter Bedeutung war, wurde die erste Gebirgsbahn über den Semmering geplant. Erzherzog Johann reiste schon 1815 nach England, um die technischen Neuerungen, besonders die Eisenproduktion und die Dampfmaschinen, zu studieren. Er verfasste in den folgenden Jahren Studien über die Wirtschaftsentwicklung der Monarchie, wobei die Eisenbahnverbindung nach Triest im Vordergrund standen.
Carl Ritter von Ghega entdeckte sein Interesse am Verkehrswesen, als er im staatlichen Dienst Venetiens am Bau der Straße von Pieve di Cadore durch die Dolomiten nach Toblach mitwirkte, der "Strada d'Allemagna". 1842 wurde er Inspektor der Staatsbahnen südlich von Wien. In dieser Funktion konnte er auf einer Studienreise durch Amerika die dortigen Bergbahnen und deren Lokomotiven studieren.
Höchst interessant ist, worüber man sich damals schon den Kopf zerbrochen hat. Über zwei großräumige Alternativtrassierungen wurde gesprochen: eine als Fortsetzung der Pferdeeisenbahn Budweis-Linz-Gmunden nach Triest und eine durch Westungarn. Auch zur Überwindung des Semmerings gab es verschiedene Ideen: Basistunnel, Seilbahn, Zahnradbahn, Spitzkehrenbahn und auch eine neue Straße wurde in Betracht gezogen, auf der Güter und Personen zwischen den Bahnhöfen Gloggnitz und Mürzzuschlag mit Pferdewägen verkehren sollten. Die Revolution von 1848 beschleunigte letztlich die Bauausführung. Der junge Kaiser Franz Joseph I. erkannte das Problem der Arbeitslosigkeit und als Ghega den Bau der Semmeringbahn in Erinnerung brachte, wurde 1849 die Baugenehmigung erteilt, da hier 5.000 bis 20.000 Mann beschäftigt werden konnten.
Die Bahnstrecke über den Semmering ist insgesamt 41 km lang und besitzt 16 Tunnels und 16 Viadukte sowie viele kleinere Brücken. Schwer zu schaffen machten Ghega vor allem der Haupttunnel (Länge: 1430 m; der höchster Punkt in der Tunnelmitte der Bahn auf 898 m) und der Tunnel an der Weinzettelwand, wo sich der größte Unfall in der Bauzeit ereignete. Gegha lehnte die Verwendung von Eisen und Stahl grundsätzlich ab, daher entstand die "gemauerte Bahn" aus 65 Millionen Ziegel und 80.000 Steinquadern. Nach fünfjähriger Bauzeit wurde die Strecke am 15. Mai 1854 vorerst für den Güterverkehr freigegeben. Die gesamte 577 km lange Strecke Wien - Triest konnte schon 1857 nach 18 Jahren Bauzeit eröffnet werden.
Literatur
Dultinger, Josef: 75 Jahre Tauernbahn. Verlag Erhard: Rum 1984.
Dultinger, Josef: Eisenbahn-Raritäten 1837 - 1987. Verlag Erhard: Rum 1987.
Dultinger, Josef: Die "Erzherzog Johann-Bahn". Verlag Erhard: Rum 1985.
Dultinger, Josef: Leben und Werk großer Persönlichkeiten der österreichischen Eisenbahngeschichte. Wort und Welt: Thaur 1993.
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Immer wieder haben kriegerische Ereignisse die Menschen in den Alpen heimgesucht. Zeugnisse und Mahnmale erinnern entlang der Wanderung an diese Tragödien.
Zu Beginn des 1. Weltkrieges gab es in den Ostalpen keine Kampfhandlungen. Erst als im Mai 1915 Italien nach ergebnislosen Verhandlungen mit Wien über territoriale Kompensationen (Trentino) Österreich-Ungarn den Krieg erklärte, wurde die Südgrenze zwischen Ortler und Triest zur Kampflinie. Italien konnte ein großes und frisches Truppenaufgebot mit reichlicher Bewaffnung an der Nordgrenze konzentrieren und setzte es ab dem 23. 6. 1915 am Isonzo zum Durchbruch auf Laibach (Ljubljana) ein. Da die regulären Truppen Österreich-Ungarns hauptsächlich an der Ostfront im Einsatz waren, wurden an der Südfront auch ältere Männer - oft das letzte Aufgebot der Standschützen - und Jugendliche - noch dazu mit unzureichender Bewaffnung - an die Front geschickt. In den ersten vier Isonzo-Schlachten (Juni bis November 1915) konnten die schwachen österreichisch-ungarischen Kräfte nur auf ihre Hauptstellung zurückgedrängt werden. Im Mai 1917 startete Österreich-Ungarn zur Entlastung der Isonzo-Front Angriffe in Tirol, musste sie aber einstellen, als im Juni die russische Brussilow-Offensive an der Ostfront begann. Die Italiener versuchten 1917 in zwei weiteren Isonzo-Schlachten erfolglos, die österreichisch-ungarischen Stellungen zu durchbrechen. Zur Entlastung griffen deutsche und österreichisch-ungarische Kräfte im Oktober 1917 am oberen Isonzo an. Sie durchbrachen die italienische Stellung bei Flitsch-Tolmein, besiegten die Italiener bei Udine und trieben sie hinter den Piave zurück. Damit war auch die Front in den Dolomiten und in den Karnischen unwichtig geworden und im letzten Kriegsjahr wurde der Monte Grappa zwischen Piave und Brenta zum umkämpften Berg.
Nur im Bereich des Isonzo-Flusses - slowenisch Soèa - wurden Veränderungen im Frontverlauf erkämpft. Der gesamte hochalpine Krieg - der sogenannte Stellungskrieg, eine grausame Novität des Ersten Weltkrieges - war fast ohne Gebietsveränderungen verlaufen. Die Bedingungen im Gebirge sind auch für einen Offensivkrieg kaum geeignet: Im Winter konnte von einer Offensive eigentlich nicht gesprochen werden; dennoch mussten die Stellungen gehalten und versorgt werden, was gewaltige Anstrengungen und große Gefahren für die Soldaten mit sich brachte. Abgesehen vom Isonzofront-Abschnitt sind durch Lawinenabgänge, Bergstürze und ähnliche Unglücksfälle vermutlich nicht viel weniger Menschen umgekommen als durch die kriegerischen Handlungen.
Während unserer Wanderung durch die östlichen Dolomiten, beginnend am Plätzwiesen Sattel und durch die Karnischen Alpen bis ins Kanaltal können wir immer wieder Bauten und Wege dieser Front sehen und dabei nur annähernd ermessen, wie brutal und mörderisch dieser Krieg war.
Literatur zur Gebirgsfront im 1. Weltkrieg
Kübler, Peter/Reider, Hugo: Kampf um die Drei Zinnen: Athesia: Bozen 1997.
Pust, Ingomar: Die steinere Front. Carinthia: Klagenfurt 1988.
Langes, Gunther: Die Front in Fels und Eis. Athesia: Bozen 1994.
Nußstein, Wilhelm: Dolomiten, Militärgeschichtlicher Reiseführer. Mittler&Sohn: Hamburg 1997.
Schaumann, Walter: Schauplätze des Gebirgskrieges. Ghedina&Tassati: Bassano del Grappa 1984.
Lichem, Heinz von:Gebirgskrieg 1915 - 1918. Athesia: Bozen 1980, 1981,1997. 3 Bände.
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Südtirol: Ein Fresko aus dem 12. Jahrhundert in der Burg Hocheppan bei Bozen wird in Tirol herangezogen, um die uralte Tradition der Knödel zu belegen, von denen es viele Varianten gibt. Der schwarzplentene Knödel ist eine besondere Spezies, da er aus Buchweizenmehl gemacht wird. Diese uralte Getreideart kommt in jüngster Zeit gerade in Südtirol wieder in Mode. Eine Vielzahl von Suppen, wie etwa die Terlaner Weißweinsuppe, die Bozner Saure Suppe oder die Vinschger Brotsuppe, sind ein ebenso prägende Elemente der Südtiroler Küche. Bevor der Obstanbau die Talsohlen überschwemmt hat, war das Getreide die wichtigste Ackerfrucht; daher gehören unterschiedlichste Brotsorten zum reichen Angebot der Bäckereien: Kastanienbrot, Holzfällerbrot, Vinschger Paarlen, Vinschgerln, Schüttelbrot, Aldeiner Breatlen, Vorschlagbrot und andere. Zu einer Tiroler Marende (Jause) gehören Speck - am besten mit Wacholderbeeren über Holz geräuchert - und würziger Almkäse.
Die Südtiroler Küche mischt Italienisches mit Tirolerischem: Unterschiedliche Teigwaren wie Spaghetti, Lasagne, Canneloni, Ravioli oder Tortellini haben sich nahtlos in den heimischen Speisezettel eingefügt. Aber auch der Umgang mit Obst, Gemüse, Salaten und Pilzen ist durch die italienische Küche bereichert worden.
Auf den Talböden herrschen heute die Obst- und Weinkulturen vor. Dementsprechend findet man auf Speisekarten Leckerbissen, wie den Radeiner Apfelauflauf, Latscher Apfelküchel in Weinteig und ähnliches. Auf etwa 5.000 Hektar Rebfläche werden über 20 Weinsorten angebaut, von denen Kalterersee Auslese, Gewürztraminer und Vernatsch die häufigsten sind. Im Herbst, zur Zeit des neuen Weines (Nuie, Sußer oder Federweißer), gehört das Törggelen (von "Troggl" = die Weinpresse) zum kulinarischen Treffpunkt, der durch das Verkosten der frischen Kastanien (Köschtn) ergänzt wird.
Kärnten: "A Kärntnerin, die wos net krendeln konn, die kriagt kan Monn". Den letzten Schliff bekommt die "Kärntner Nudel" durch das wellenförmige Verzieren der Teigrandes. Diese Fingerfertigkeit wird "Krendeln" genannt. Nachdem dieses ravioli-ähnliche Gericht schon fast in Vergessenheit geraten war, ist es in vielfacher Form wieder in Küchen und Gaststuben in Mode gekommen: Als Kasnudel, die mit einer Masse aus Topfen, Minze, Kartoffel und Ei gefüllt wird, als Süßspeise mit Kletzen (gedörrten Birnen) gefüllt oder als Mini-Variante - die Schlickkrapferl - als Suppeneinlage oder alles gemischt als "Nudl-Kudl-Mudl".
Damit ist zugleich auch das Multikulturelle der Kärntner Küche angesprochen. So bekommt man etwa in Unterkärntner Gasthäusern, die manchmal auch die Aufschrift "Gostice" tragen, ein typisch slowenisches Gericht, "Dober Mocnik", auch als Schmalzmus bekannt.
Ähnlich wie in Südtirol werden im Jauntal Buchweizengerichte - hier Had'n genannt - angeboten, etwa die Hadnkranznudeln.
Eine Besonderheit im Drau- und im Gailtal sind die Festtagsgerichte: Kirchtagssuppen, und -braten, der "Drautaler Hochzeitskrapfen" oder die Gailtaler "Kirtagsbrezen", auch der berühmte Kärntner Reindling bzw. sein slowenischer Zwilling, die "Gibanica", gehört dazu.
Slowenien: "Dober tek!" lautet das slowenische Wort für "Guten Appetit!". Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und beginnen mit einem einfachen, alten Gericht, mit den "Struklji", eigentlich ein Schrot-Brot, das aber in unzähligen Varianten bereitet wird. Dass Slowenien ans Mittelmeer grenzt, merkt man an den Meeresfrüchten, die auch im nördlichen Landesteil zusätzlich zu den Süßwasserfischen immer wieder angeboten werden. Im Norden regiert aber eine recht deftige Fleisch-Küche: Weißwurst (klobasa), Blutwurst, Braten, gefüllte Kutteln, Räucherwürste, Speck und nicht zuletzt der bekannte Karst-Schinken (prsut). Auch Geflügelfreunde kommen mit pikanten Gerichten etwa von Gänsen, Enten und Kapaunen auf ihre Rechnung, wobei hier die ungarische Küche ihre spezielle Würzart hinterlassen hat.
»Na Zdravje!« heißt soviel wie »Prost«, und das gilt meist den slowenischen Weinen. Eine der ältesten Rebe wächst in der Region Podravje und wird seit mehr als 400 Jahre kultiviert. Slowenien besitzt über 20 Weinstraßen, an denen so edle Tropfen, wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Refosk und Barbera angebaut werden. Besonders gute Weißweine sind der Rumeni Muskatellerwein, der Laski und der Renski Rizling.
Unbedingt ausprobieren sollte man auch so manche Süßspeise: etwa Strudel, Palatschinken und Nusskuchen. Hier finden wir auch wieder die "Struklji", mal mit Topfen gefüllt oder mit Semmelbrösel und in Butter geröstet. Sehr beliebt sind »potica«, Teigrollen mit Nuss oder Topfen gefüllt, oder »Gibanica«, ein mehrschichtiger Blätterteig, der mit Topfen und saurer Sahne, Rosinen, Nüssen und Mohn gefüllt ist.
Steiermark
Zu den berühmten steirischen Gerichten zählt die Klachelsuppe (Schweinshaxensuppe für einen kräftigen Menschen, einen Klachel), das "Verhackert" (faschierter Speck, meist auf Brot serviert), der Hoadn- und der Türkensterz (Buchweizen- und Maismus) und der Prügelkrapfen (ein Biskuitteig-Krapfen, dessen langwierige Produktion mit richtigem Abkühlen tagelang dauert).
Ein wichtiges Element der steirischen Küche ist das Kernöl. Aus zwanzig großen Kürbissen werden zweieinhalb Kilo Kerne "gepatzelt", woraus ein Liter Kernöl kalt ausgepresst wird. Der hohe Prozentsatz an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin B soll vor Prostataleiden schützen und sich als Krebsprophylaxe bewährt haben.
Nicht vergessen darf man die steirischen Weine, allen voran der bedeutende Schilcher, ein Rosé-Wein.
Burgenland
Typische Gerichte sind Eiergersteln (ungarischen "Tarhonya") oder Farfel-Suppe aus Eintropfteig. Wichtig für die burgenländische Küche sind auch Hülsenfrüchte aller Art, die etwa in Bohnen- oder Krautstrudel verwendet werden.
Die regionale Küche ist auch stark geprägt von der Tierwelt: zahlreich sind die Gänse- und Wildgerichte, die in den Gasthäusern angeboten werden, etwa gebratenen Gänse, Gänseleber, die "Jüdische Hühnerleber" - eine Art Hühnerpastete mit hohem Knoblauchanteil - und Paprikahendeln; aus Neusiedlersee-Fischen wird die Halászlé (eine scharf-gewürzte Fischsuppe) zubereitet. Dazu wird zur Abrundung burgenländischer Wein serviert, der einen hervorragenden Ruf hat.
Literatur
Bodini, Gianni: Menschen in den Alpen. Arbeit & Brot. Edition Raetia: Bozen 1991.
Haid, Barbara und Hans: Bio-Gourmet in den Alpen. Edition Tau: Bad Sauerbrunn 1998.
Wagner, Christoph/Wagner-Wittula, Renate: Kärnten. Lei Schmausen. Pichler Verlag GmbH: Wien 2001.
Gasteiger, Heinrich/Wieser, Gerhard/Bachmann, Helmut: So kocht Südtirol. Athesia: Bozen 2001.
Wagner, Christoph/Egle, Klaus (Hrsg.): Wo isst Österreich? Pichler Verlag GmbH: Wien 1999.
Einleitung | Ziele des Projektes Kulturweg | Der Kulturweg Alpen | Informationsmedien | Projektaspekte | Projektpartner |Muren, Lawinen, Bergstürze
Die Formen der Alpentäler sind im Wesentlichen zu einer Zeit geprägt worden, als hier noch kaum Menschen wohnten. Die meisten Bergstürze gingen nach dem Abschmelzen der Eiszeitgletscher vor etwa 10.000 Jahren zu Tal. Die Talflanken waren durch die Schürfarbeit der Gletscher sehr steil geworden. Keinerlei Vegetation befestigte die Hänge. Gewaltige Felsmassen stürzten ins Tal und bildeten manchmal große Seen. Das Rauristal oder das Eisacktal bei Sterzing sind gute Beispiele dafür. Der Dobratsch-Bergsturz wurde 1348 durch ein Erdbeben ausgelöst, wobei etwa 1.500 Menschen ums Leben kamen. Die Bergsturzmasse bedeckte eine Fläche von 7 km2, durchschnittlich 5 m hoch, und bewirkte, dass sich die Gail zu einem See aufstaute. Der Name Schütt weist heute noch auf die Ursache für diese unruhige Fläche hin. Dabei überschneiden sich die Hügel eines prähistorischen Bergsturzes mit dem von 1348.
Da sich Bergstürze in einer Art wellenförmigen Bewegung weiterbewegen, bilden sie die charakteristischen sogenannten Toma-Hügeln, wie sie in vielen Alpentälern zu finden und oft Standorte von Kirchen oder Kapellen sind.
Auch Muren haben die Landschaft geprägt. Gerade in Regionen mit geringen Niederschlagsmengen sammeln sich große Mengen von Lockermaterial in Gräben und Bachbetten an. Kommt dann einmal ein starker Regen, dann bewegt sich eine gefährliche Masse von Wasser, Erde, Gestein und Pflanzen ins Tal hinunter. Der Vinschgau ist das klassische Murental. Immerhin 70 % des Talbodens, das entspricht 85 km², sind von Murkegeln geprägt, wie etwa die Malser Heide, mit 13 km² Fläche und 820 m Höhe, der größte Schwemmfächer der Alpen überhaupt.
Eine spezielle Situation findet man im Pustertal vor. Der Murkegel des Toblacher Feldes bedingt heute, dass der Sextenbach nicht mehr nach Westen zur Rienz entwässert, sondern in Innichen quasi "ums Eck fließt" und seine Wasserspende dem Schwarzen Meer zugute kommt. In Passlagen können demzufolge Schwemmkegel als Wasserscheide auftreten.
Die auslösenden Ereignisse für die "Naturkatastrophen" im Lauf der Geschichte waren meistens starke Regen- und Schneefälle. Tragisch waren sie nur für die Menschen. Durch die kleinen Warm- und Kaltzeiten in historischen Zeiträumen gab es zwar Schwankungen, aber das gleicht sich durch die Unschärfe der Berichterstattung aus. Eine Unzahl von Urkunden und Berichten zeugen von kleineren und größeren Katastrophen durch die gesamte Geschichte. Und immer schon hat es für die Betroffenen großen Schaden und Leid gegeben. Im Alpenraum leben jetzt wesentlich mehr Menschen und beanspruchen immer mehr Raum. Viel Fläche nehmen Strassen, Infrastrukturen und Wohnraum ein. Weit mehr Menschen nützen den Alpenraum außerdem in ihrer Freizeit und zum Transit. Die starke Bautätigkeit führte zur Versiegelung weiter Flächen und einem geänderten Abflussverhalten, da das Wasser nicht mehr langsam versickern kann. Besonders nach starken Regen und bei der Schneeschmelze wird uns die Energie des Wassers vor Augen geführt. Die Berichterstattung der Medien trägt ein Übriges dazu bei, dass uns die Gefährlichkeit bewusst wird. Eine vorausschauende Raumplanung mit einer Abschätzung der Risiken (Bebauungspläne!) wird in Zeiten einer sich abzeichnenden Klimaveränderung immer notwendiger.
Einleitung | Ziele des Projektes Kulturweg | Der Kulturweg Alpen | Informationsmedien | Projektaspekte | Projektpartner |Peter Rosegger - Literatur in den Alpen
Wenn ich durch meine heimatlichen Gegenden wandere, bin ich ganz ich. Da fühle ich eine ungelöste Einheit zwischen mir und den Bergen, Matten, Wäldern und Bächen, die um mich sind. (Peter Rosegger)
Vor der Verbreitung der heutigen Massenmedien waren es vor allem literarische Werke und Reiseberichte, die das Bild der Menschen von den Alpen und ihren Bewohnern prägte. Wie kaum ein anderer österreichischer Schriftsteller hat Peter Rosegger durch seine Schilderungen von der "Waldheimat" dieses Bild beeinflusst. Die Person Peter Roseggers nimmt daher eine wichtige Stelle in der österreichischen Literatur des ausgehenden 19.Jahrhunderts zur Berg-Thematik ein.
Der Schriftsteller wurde am 31.7. 1843 zu Alpl bei Krieglach als ältester Sohn einer Bergbauernfamilie geboren. Weil er körperlich eher schwach war, kam er für die Hofnachfolge nicht in Frage und ging als Siebzehnjähriger zu einem Wanderschneider in die Lehre. Bald begann er Geschichten zu schreiben, auf die der Redakteur der Grazer "Tagespost" aufmerksam wurde. Er holte ihn in die Stadt und ermöglichte ihm auch den Besuch der Akademie für Handel und Industrie. Später erhielt Rosegger Stipendien, die ihm Aufenthalte in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Italien ermöglichten. Bald erreichte er einen hohen Bekanntheitsgrad und gründete die volkstümliche Zeitschrift "Der Heimgarten". Verschiedene Ehrenauszeichnungen von London bis nach Wien verliehen ihm großes Ansehen. Als Volksschriftsteller wollte er unterhalten, belehren, erbauen und helfen. Bis heute in Erinnerung geblieben sind vor allem seine autobiographischen Romane "Die Schriften des Waldschulmeisters" (1875) sowie "Waldheimat" (1877) und die Erzählungen "Geschichten aus der Steiermark" (1871), "Geschichten aus den Alpen" (1873) und "Als ich noch Waldbauernbub war" (1902).
Nach einer schweren Lungenentzündung im Jahre 1892 und dem Tod seines Vaters 1893 standen soziale Projekte, wofür er durch Spendenaufrufe im "Heimgarten" Geld sammelte, im Vordergrund. In dieser Zeit wurden der Bau der evangelischen Heilandskirche in Mürzzuschlag (1900), der Bau der Waldschule (1902) am Alpl, sowie die Spendensammelaktion zum Wiederaufbau der 1904 abgebrannten Kirche von St. Kathrein am Hauenstein durchgeführt. 1909 schließlich erbrachte ein Spendenaufruf zur Schutzstiftung des Deutschen Schulvereines weit mehr als zwei Millionen Kronen ein. Rosegger hatte sich einerseits als Pazifist einen Namen gemacht, war aber auch als Bewunderer der Technik besonders von der militärischen Fliegerei begeistert. In den ersten Jahren des 1. Weltkriegs gehörte er dann durchaus zu den "Wortemachern des Krieges" (Karl Kraus). Am 26.6. 1918 starb Rosegger im Alter von 75 Jahren in Krieglach.
Besonders in der touristischen Vermarktung fungieren Rosegger, Natur und Landschaft als Hauptwerbeträger. Heute werden die Waldheimaterzählungen und andere Dichtungen Roseggers als scheinbare historische Realität präsentiert, in der die Kindheit des Autors romantisiert und verklärt wird.
Literatur
Loquai, Franz: Die Alpen. Eine Landschaft und ihre Menschen in Texten deutschsprachiger Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts. Goldmann: .1996.
Steiner, Gertraud: Gehlüste. Alpenreisen und Wanderkultur. Otto Müller Verlag: Wien 1995.Einleitung | Ziele des Projektes Kulturweg | Der Kulturweg Alpen | Informationsmedien | Projektaspekte | Projektpartner |
Alpine Sprachen und Kulturen
Die Entstehung der Vielfalt der Sprachen und Dialekte im Ostalpenraum erfolgte bereits zur Zeit der Römer und während der darauffolgenden Völkerwanderungen. Die ursprünglich keltisch-illyrisch-etruskische Bevölkerung wurde zuerst weitgehend romanisiert. Im westlichen Alpenraum blieb es dabei und zwar bis zur Linie Neuenburg - Freiburg - Sitten (Schweiz). Den mittleren Alpenraum von dort bis zum Arlberg bevölkerten im Frühmittelalter die Alemannen. Östlich davon wanderten die Bajuwaren in die Alpen und stießen dort auf Slowenen, die von Südosten her in den Flussgebieten von Drau, Mur und Enns bis an die Ursprünge vorgedrungen waren. Viele Namen bezeugen das noch: etwa Graz, Mürz, Feistritz, Pustertal.
Daraus ergibt sich für die Ostalpen eine einfache Grobverteilung der drei Hauptsprachen deutsch, italienisch und slowenisch:
- Im deutschen Sprachraum sind zwei Hauptdialekte verbreitet: das Alemannische in Vorarlberg und das Bajuwarische in Bayern, in Österreich und in Südtirol/Alto Adige, wo etwa zwei Drittel der Bevölkerung deutschsprachig sind
- Italienisch wird hauptsächlich im italienischen Staatsgebiet gesprochen, in Südtirol zu etwa einem Drittel
- Slowenisch wird hauptsächlich im slowenische Staatsgebiet gesprochen.
- Im Kontaktgebiet der drei Sprachen, also im südlichen Alpenraum, sind komplexe Übergangsräumen und Sprachinseln festzustellen, aber auch darüber hinaus.
Die österreichische Bevölkerung ist zu rund 98 % deutschsprachig. Angehörige der sechs in Österreich anerkannten Volksgruppen leben in fünf Bundesländern. Das Burgenland, und mehr und mehr auch Wien, sind die Heimat von etwa 30.000 Kroaten und etwa 5.600 Ungarn. Die etwa 40.000 Slowenen sind in Südkärnten sowie in einigen Orten der südlichen Steiermark. Das Siedlungsgebiet der Slowenen in Kärnten ist teilweise stark mit deutschsprachiger Bevölkerung durchmischt und erstreckt sich vom unteren Gailtal über das Rosental, einschließlich des Sattnitzgebiets, bis ins Jauntal.
Von den Sprachinseln seien hier zwei deutschsprachige erwähnt, die in der Nähe von unserer Wanderroute durch die Karnischen Alpen sind:
- Sappada liegt im obersten Piavetal, südlich des Hochweißensteinhauses. Rund die Hälfte der 1500 Einwohner dieser Ortschaft sprechen zumindest zuhause eine Osttiroler Mundart. Der deutsche Name für "Sappada" ist "Bladen", was vom mittelhochdeutschen Namen für den Piave - "Plat" - abgeleitet wird. Diese Sprachinsel stammt schon aus dem 13. Jahrhundert.
- Der erste Ort südlich des Plöckenpasses heißt italienisch Timau, bei den Friulanern nennt man ihn Tamau und der Rest einer deutschsprachigen Bevölkerung nennt den Ort Tischelwang oder Tischlbong. Der deutsche Dialekt war fast ausgestorben, als eine Wiener Dialektforscherin eine Wiederbelebung einleitete. Heute gibt es sogar eine Dorfzeitung mit dem Namen: Asou geats - unt cka taivl varsteats (So geht es - und kein Teufel versteht es).
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- Naturfreunde Österreich (A)
Kooperationspartner:
- Alpenbüro Netz / Naturfreunde Schweiz
- Institut für Integrativen Tourismus und Freizeitforschung
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