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SEKTION:
Literatur versus Nation bei deutschsprachigen Künstlern des XIX. und XX. Jahrhunderts
Leitung der Sektion/Anmeldung von Referaten bei:
Email: Giuseppe Dolei / Alessandra Schininà (Catania)
ABSTRACT: Viele deutschsprachige Autoren des XIX. und XX. Jahrhunderts weisen eine kritische, zweideutige, oft selbstquälerische Beziehung zu einer "deutschen" nationalen Identität auf. Historische und soziale Motive vermischen sich mit persönlichen, ethischen und ästhetischen Impulsen. Die Auseinandersetzung der einzelnen Autoren mit dem nationalen Gedanken führten zu einer oft dramatischen Identitätskrise, die sich jedoch auf der künstlerischen, literarischen Ebene als äußerst produktiv erwies. Die daraus entstandenen Werke zeigen die komplexe Beziehung deutscher Intellektueller und Künstler zur Politik. Ihre Haltungen können von einer beissenden Satire bis zu einer melancholischen Flucht in die Vergangenheit gehen, von einer klaren Kritik der herrschenden Zustände zum Mitläufertum, vom aktiven Engagement zur Isolation. Obwohl sich die Idee von Nation und nationaler Literatur und Kultur im Laufe der Jahrzehnte veränderte, bleibt das Verhältnis zwischen Nation, Sprache und Literatur problematisch, da gerade in der Kunst multiple Identitäten, Sprachvermischungen, gegenseitige Einflüsse zwischen Kulturen immer im Vordergrund stehen. Anhand von verschiedenen Beispielen soll die Sektion zeigen, wie sich Künstler und Autoren mit den verschiedenen nationalen und nationalistischen Tendenzen, insbesondere in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, auseinandersetzten und wie ihre dauernde Suche nach einer eigenen Identität zu neuen Erkenntnissen über die Rolle der Literatur in der Gesellschaft führte.
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