SEKTION:
Literatur versus Nation bei deutschsprachigen Künstlern des XIX. und XX. Jahrhunderts
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Siegrun Wildner (University of Nothern Iowa)
Ethnizität und Identität in deutschsprachiger Literatur aus und über SüdtirolDie norditalienische Region Südtirol/Alto Adige ist von einem komplexen Kulturgefüge ethnischer Gruppen deutscher, italienischer und ladinischer Provenienz geprägt. Das Mit-, Neben-, und Gegeneinander dieser ethnischen Gruppen produziert nicht nur einen ambivalenten kulturellen Raum, sondern fordert den Einzelnen dazu heraus, sich mit Fragen nach Identität und Zugehörigkeit auf verschiedensten Ebenen auseinanderzusetzen. Dieses Referat untersucht in Form einer Diskursanalyse wie einige zeitgenössische deutschsprachige Autoren (Joseph Zoderer, Sabine Gruber, Helene Flöss, Gerhard Kofler u.a.) in ihren Texten mit der interethnischen Erfahrungswirklichkeit in Südtirol literarisch umgehen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Identitätskonstitution im fiktiven Raum gelegt. Wann und unter welchen Voraussetzungen definiert sich das literarische Subjekt als ethnisches bzw. interethnisches Subjekt? Welche diskursiven Strategien wenden die Autoren an, um Brüche, Grenzen, Dissonanzen und Widersprüche, aber auch Verschmelzungen und Harmonisierungsbestrebungen zwischen ethnischer, regionaler und nationaler Identitäten literarisch zu verarbeiten? Wo und in welcher Form lässt sich das komplexe Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung in den Texten orten? Und nicht zuletzt, inwieweit lassen sich durch die Anwendung "neuerer" theoretischer Konzepte zu hybriden und multiplen Identitäten (z.B. von Homi Bhabha) auf die ausgewählten literarischen Texte über Südtirol neue Einsichten für ein besseres Verständnis zum Themenbereich (inter)ethnische Identitäten gewinnen?
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