TRANS Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften 17. Nr.
Februar 2010

Sektion 2.4. Jiddisch auf der internationalen Bühne im 21. Jahrhundert, auf dem Gebiet der Erziehung, Bildung und Kunst
Sektionsleiterin | Section Chair: Astrid Starck-Adler (Basel)

Dokumentation | Documentation | Documentation


"Chassidische Seelenwanderung" und "Brachial-Boulevard":
Zur Rezeption jiddischer Theatergastspiele in Wien nach 1945

Brigitte Dalinger (Universität Wien) [BIO]

Email:  brigitte.dalinger@univie.ac.at

 

Bis 1938 war das jiddische Theater ein kleiner, aber doch präsenter Teil der Wiener Theaterlandschaft gewesen, der – etwa bei Auftritten jiddischer Ensembles an großen Wiener Theaterhäusern oder bei Gastspielen international bekannter Truppen – auch außerhalb der jüdischen Welt wahrgenommen wurde.(1) Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Schoah war in Wien kein Jiddisch mehr zu hören, die Träger dieser Sprache waren emigriert oder von den Nationalsozialisten ermordet worden. Weder Theaterdirektoren noch Regisseure, Schauspieler oder die Zuseher, die das jiddische Theater geschätzt hatten, lebten noch in Wien.

 

Erste Initiativen nach 1945

Die erste Initiative, doch wieder jiddisches Theater aufzuführen, kam von Künstlern, die nicht in Wien ansässig waren, sondern sich hier nur vorübergehend aufhielten und zwar in einem Displaced-Persons (DP) Camp in Hernals (1170 Wien, Arzbergergasse 2) von 1948-1949.(2) Dieses DP-Camp war, wie auch andere entsprechende Lager in Österreich und Deutschland, Durchgangsstation für jüdische Flüchtlinge aus Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn nach Palästina. Es war exterritorial, unterstützt wurden die Camps vom American Joint Distribution Comittee ("Joint" genannt). Nicht nur in Wien gab es die Initiative, den Menschen, die sich in diesen Lagern aufhielten, jiddisches Theater zu bieten, sondern auch in anderen DP-Camps wurden Gastspiele jiddischer Schauspieler und Sänger organisiert, und mithilfe des "Joint" traten berühmte SchauspielerInnen wie Molly Picon, Diana Blumenfeld, Jonas Turkow und Maurice Schwartz auf.(3)

Im Hernalser DP-Camp aber hatte sich eine Amateurgruppe zusammengefunden, die im Gasthaus Gschwandner spielte; eine zweite Gruppe dürfte im Bayrischen Hof im 2. Bezirk aufgetreten sein, einem Spielort, der schon in den 1930er Jahren fallweise für jiddisches Theater genützt worden war. Auch das Titania-Theater (vormals Lustspielhaus) und die Bauernbühne Gucki-Pfeifer wurden als Spielstätten genutzt. Gezeigt wurde vor allem Unterhaltungstheater, "lebnsbilder" und Operetten; und das, obwohl kaum Textvorlagen vorhanden waren.(4) Auch am Publikum fehlte es, die SängerInnen und SchauspielerInnen gingen bereits 1949 verschiedene Wege, unter ihnen Edith Weinberg, Moische Wolf und Max Furmansky.(5)

Im Bayrischen Hof spielte Benzion Teitelbaum(6) mit seiner Gruppe "Folklorestücke", diese Gruppe emigrierte nach Palästina. Jiddisches Kabarett boten Elvira Boschkovska und Paul Goldstein im Hotel de France, gingen aber aus Mangel an Erfolg in die USA zurück. Auch eine Wiener Theatertruppe unter der Regie von Walter Davy, die 1949 An-Skis Der Dibbuk im Studio der Hochschule zeigte, fand trotz positiver Kritiken kein Publikum.(7)

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten gab es nur punktuell jiddisches Theater in Wien zu sehen, wie die folgenden Beispiele zeigen (deren Zusammenstellung aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt!). So versuchten etwa die ambitionierten "Komödianten", jiddische Stücke in deutscher Sprache zu präsentieren. Die "Komödianten" waren 1958 gegründet worden, sie spielten ab 1963 im Spielraum am Börseplatz, ab 1974 im Theater im Künstlerhaus, sie und ihr Leiter Conny Hannes Meyer zeigten "antifaschistisches Theater" und aus dem Jiddischen übersetzte Dramen, wie Israel Aschendorfs Die Arche Noah, das 1968 von Meyer inszeniert wurde, zusammen mit dem Einakter Beim Tor von Bejusch Steinmann. Diese Initiative von Seiten der durchaus anerkannten "Komödianten" blieb jedoch ohne nachhaltige Wirkung.

Jiddisches Theater war (und ist bis heute) nur im Rahmen von Gastspielen in Wien zu sehen, so gastierte etwa 1979 das Jiddische Theater Bukarest bei den Wiener Festwochen, mit Scholem Alejchems Das große Los.(8) Im Juni 1991, im Rahmen des Wachauer Theaterfestivals Krems, fand erneut ein Gastspiel dieser jüdischen Truppe aus Bukarest statt; gespielt wurde Das Lied des goldenen Pfaus, eine sehr folkloristische inszenierte Aneinanderreihung von Liedern und Tänzen.

Eine breitere Rezeption erfuhren die jiddischen Gastauftritte, als das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung 1995 begann, regelmäßig eine jüdische Theaterwoche zu veranstalten, wozu jiddischsprachige Ensembles aus aller Welt eingeladen wurden.

 

Zur Rezeption der jüdischen Theaterwoche 1995-2005(9)

Von 5. bis 8. November 1995 trat das Jiddische Theater Tel Aviv – Yiddishpiel –im Rabenhof (1030 Wien, Rabengasse 3) im Rahmen der Veranstaltung "Jüdische Kultur in Wien" auf. Das Yiddishpiel Tel Aviv war 1987 gegründet worden, mit dem Ziel, die jiddische Sprache und Literatur zu bewahren; und auch, um die Wichtigkeit derselben für die literarische und künstlerische Entwicklung des Staates Israel bewußt zu machen. Bis heute wurden um die 60 Produktionen erarbeitet, und das Yiddishpiel mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet.(10) Anlaß des Wiener Auftritts war das Gedenkjahr 1945 – das 50-jährige Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung wurden mit Musik, einer Wiener Vorlesung, Literatur und eben auch jiddischem Theater gefeiert. Gezeigt wurden Der Trauschein von Ephraim Kishon und Die kleinen Menschelach von Scholem Alejchem, beides in Jiddisch mit Simultanübersetzung. Vorab gab es in der Tageszeitung Der Standard, 4./5.11.1995, eine Einführung in die Geschichte des Yiddishpiel, mit dem Titel: "Hohe Kunst der Umgangssprache. Schmuel Atzmons 'Jiddisches Theater Tel Aviv' gastiert im Wiener Rabenhof". Nach der Geschichte des Ensembles wurde erklärt, dass Atzmons Gruppe einer Einladung von Josefstadt-Direktor Robert Jungbluth folge. "Atzmon erläuterte in Wien, daß die israelischen Bemühungen um eine Wiederbelebung des Jiddischen von Erfolg gekrönt seien. Wenn Hebräisch als die hochoffizielle 'Vatersprache' gelte, müsse Jiddisch als die 'Muttersprache' angesehen werden."(11) Aber auch auf die Probleme des Jiddischen heute wurde hingewiesen, vor allem auf die Tatsache, dass es kaum mehr muttersprachlich-jiddischsprachige Menschen gibt:

"Mangels Nachwuchs muß der Direktor junge israelische Schauspieler einsetzen, für die Jiddisch eine Fremdsprache ist. Tochter Anat Atzmon hat im jiddischen Theater meist betuliche und züchtige 'Mejdales' zu spielen. Bei allem Eifer der Jungen leben die Aufführungen aber vom saftigen Wortwitz, von der jiddischen Seele der 'Alten' wie Alperin, Atzmon, Schmulik Segal oder Jaakov Bodo."(12)

Die an diesen vorbereitenden Artikel zum Yiddishpiel Tel Aviv anschließenden Berichte über das Gastspiel waren sehr zurückhaltend, da am 4. November 1995 Ministerpräsident Yitzchak  Rabin ermordet worden war. Dementsprechend rethorisch verbrämt war etwa die Kritik von "poh" (Ronald Pohl) im Standard:

"Folgendes wäre üblicherweise zu sagen: Die Bemühung um die Wiedererlangung eines Trauscheins im israelischen Kleinbürgeralltag – das ist Brachial-Boulevard mit dem Augenrollkoeffizienten und der Fuchtelkomponente. Das Jiddische Theater Tel Aviv muß einer Kishon-Schmonzette mit Überdrucktheater aufhelfen. Zu dämlich sind nämlich Plot und Platitüden, als daß es nicht patziger Schmiermittel bedürfte, um die Komödienplattheit im Rabenhof [...] rutsch- und routinefest zu machen.

Doch das ist die falsche Kritik zur falschen Zeit. [...]"(13)  

Milder gestimmt war der Kritiker ("TG") der Neuen Kronen Zeitung, am 7.11.1995: Auch hier wird über den Schock von Yitzhak Rabins Ermordung berichtet, aber auch, dass die Aufführung das Publikum zum Lachen gebracht hätte. Kurz wurde auf den Inhalt des Stückes eingegangen, dann hieß es: "Kishons turbulente Komödie lebt von Schauspielern. Und die hat Intendant Shmuel Atzmons Jiddisches Theater allemal zu bieten. […] Alle unterhielten sich, obwohl ihnen zum Weinen zumute war." Die genaueste Auseinandersetzung mit der jiddischen Sprache und dem Theater findet sich in der Presse vom 7.11.1995, formuliert von "hai" (Hans Haider?), der auch kurz auf den Zusammenhang zwischen Sprachnutzung und Theaterform einging:

"Die jiddische Volkssprache aufzuwerten, war politisches Ziel der jüdischen Arbeiterbewegung ('Bund') schon im 19. Jahrhundert. Den Jiddischismus verbindet mit neueren sprach-emanzipatorischen Bewegungen der Wille, mit der Förderung der Sprache der Kleinen [!] Leute auch deren Selbstbewußtsein zu stärken. So mußte jiddisches Theater immer Volkstheater bleiben – trotz nationalromantischer Anstrengungen (etwa im 'Dybbuk' von An-ski)." [Hervorhebungen im Original]

Diese Feststellung Haiders ist zwar nicht unproblematisch – "nationalromantisch" ist weniger der Dibbuk als dessen Rezeption – zeigt aber doch von einer genauen Auseinandersetzung mit der Thematik.

Im November 1996 gastierte erneut das Jiddische Theater Tel Aviv im Rabenhof, wieder im Rahmen der Jüdischen Theaterwoche, und es wurden Mirele Efrat (Mirele Efros) von Jacob Gordin, sowie Bibel-Lieder, Chumesch-Lieder, ein "israelisches Musical" von Itzig Manger, gezeigt.

Mirele Efros oder di yidishe kenigin lir von Jakob Gordin gehört noch heute zum Standardrepertoire des jiddischen Theaters. Inhaltlich nimmt es einen Handlungsstrang von William Shakespeares König Lear auf, und zwar die vorschnelle Verteilung des Erbes an die Nachkommen (hier: Söhne) und deren Unfähigkeit, für ihre Mutter zu sorgen.(14) Hansjörg Waldner beschrieb im Standard das Stück, das sehr traditionell gespielt wurde, danach ging er auf die Sprache ein: "Dieses 'Taitsch' der aschkenasischen Juden in Europa ist so gut wie ausgestorben. Dennoch erlebt der Besucher die Sprechkultur, wie sie im Deutschland des 12. und 13. Jahrhunderts gepflegt worden sein mag."(15) Und er wies darauf hin, "[...] daß der Tod des Jiddischen untrennbar mit der Vernichtung von sechs Millionen Juden durch das Nazi-Regime verbunden bleibt."(16) Auch in der Presse, am 4.11.1996, schrieb "B.S." unter dem Titel "Jiddisch mit Plüsch" über die Sprache, denn das Ensemble, so war zu lesen, "[…] bezaubert durch das Jiddische, von dem man zurecht sagt, es sei eine Sprache, in der man mit Tränen in den Augen lachen kann." Und er gab die Empfehlung, die Simultanübersetzung bzw. die Kopfhörer nicht zu benutzen.(17)

1997 gastierte das Yiddishpiel Tel Aviv zum dritten Mal anläßlich der Jiddischen Theaterwoche, dieses Mal mit Joshe Kalb von Israel J. Singer sowie Leiserke Roitschwantz von Ilja Ehrenburg.

Ein Jahr später, im November 1998, zeigte das Yiddish Theatre of Montreal, Sayde Bronfman Centre for the Arts, im Rabenhof das Musical On 2nd Avenue, von Zalmen Mlotek und Moishe Rosenfeld, sowie Der Dybbuk, "Drama von Salomon Anski". Dieses jiddische Ensemble wurde 1956 von Dora Wasserman als Yiddish Drama Group gegründet. Dora Wasserman war 1919 in der Ukraine geboren worden und wurde erst am Moskauer Rimsky-Korsakov Konversatorium ausgebildet, danach studierte sie am Moskauer Jüdischen Kammertheater GOSET Drama beim berühmten Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Solomon Michoels. Bei Beginn des Zweiten Weltkriegs war sie Schauspielerin am Ukrainischen Staatstheater, von dort konnte sie nach Kasachstan fliehen, wo sie ebenfalls am Theater arbeitete. Nach dem Krieg spielte Dora Wasserman in den DP-Camps in Österreich Theater, bis sie zusammen mit ihrer Familie 1950 nach Kanada emigrierte.(18) Aus der Yiddish Drama Group wurde 1967 das Yiddish Theatre of the Saidye Bronfman Centre for the Arts: "It is now the only permanent resident Yiddish theatre in North America".(19) Ihre Tochter Bryna leitet seit 1998 als "artistic director" sowohl das English als auch das Yiddish Theatre des Saidye Bronfman Centre for the Arts.(20) Beide Produktionen, die das Yiddish Theatre Montreal 1998 in Wien zeigte, das amerikanisch-jüdische Musical und der in der chassidischen Welt wurzelnde Dibbuk, brachten neue Aspekte des jiddischen Theaters ein, und diese Neuheiten wurden in den ausführlichen Kritiken aufgegriffen. Zu On 2nd Avenue schrieb Manfred A. Schmid in der Wiener Zeitung (5.11.1998) unter dem Titel "Rabenhof: Jiddische Theaterwoche. Vom Stetl zum Broadway"kurz über das Ensemble, dann über die Produktion, die ihn an die "großen Protagonisten des jiddischen Theaters in der New Yorker Lower East Side" erinnere:

"Fröhlichkeit und Lebensfreude [...] das sind die wesentlichen Merkmale dieses mitreißenden Abends, der die 'Hit Shows' von anno dazumal wieder aufleben läßt. Zugleich läßt das Stück erahnen, was für Impulse davon auf die Entwicklung des amerikanischen Musicals ausgegangen sind."(21)

Auch in der Presse und der Neuen Kronen Zeitung fanden sich ähnlich launige Beschreibungen dieser jiddischen Musical-Produktion.(22)

Der Dibbuk als eines der wenigen Dramen des jiddischen Theaters, das international rezipiert wurde und auch in anderen Sprachen übersetzt, fand ebenfalls das Interesse der Wiener Kritiker. Besonders intensiv setzte sich Manfred A. Schmid mit dieser Produktion auseinander, unter dem Titel "Jiddische Theaterwoche: 'Der Dybbuk'. Chassidische Seelenwanderung", schrieb er erst ausführlich über das Drama, dann zur Aufführung:

"Die Aufführung unter der Regie von Bryna Wassermann, der Leiterin des Jiddischen Theaters Montreal, ist sehr intensiv. Die Schauspieler haben keine Scheu vor ausdrucksstarken, großen Gebärden und pathetischen Reden. Das ergibt eine sehr authentische, atmosphärisch dichte Umsetzung, die alle modischen Mätzchen vermeidet und mit leidenschaftlichem Ernst zum Kern einer großen Tradition vorstößt."(23)

Kritischer, aber doch auch zustimmend, wurde diese Inszenierung des Dibbuk in der Presse gesehen, berichtet wurde über den Ansatz der Regie, über die Geschichte des Stoffes und schließlich die Aufführung: "Genau so mag das Stück in den zwanziger Jahren gespielt worden sein: Die Inszenierung aus Montreal konserviert in Bühnenästhetik und stark formalisierter Gestik den Stil jener Zeit: Der 'Dybbuk' – eine ethnographische Studie. Ein spannendes und berechtigtes Unterfangen!"(24)

Bei der 1999 zum 5. Mal veranstalteten Jiddischen Theaterwoche war das Bukarester Jiddische Theater (Teatrul Evreiesc de Stat Bucuresti) im Theater im Rabenhof zu sehen, das zwei Musicals von Scholem Alejchem zeigte, Das große Los – "Dus Pintale Jid" sowie Die Traumverkäufer – "Chaloimes Farkojfer".

In Rumänien, Jassy, war einst das professionelle jiddische Theater unter der Leitung Abraham Goldfadens entstanden; auch in Bukarest hatte es bis in den Zweiten Weltkrieg hinein ein jiddisches Theater gegeben, das auch eine lebhafte Verbindung zu den Wiener jiddischen Bühnen pflegte. So gastierten etwa die Schauspielerin Sevilla Pastor und weitere Mitglieder ihrer Familie in den 1930er Jahren in den Jüdischen Künstlerspielen; ihr Vater Maurice Siegler hatte 1908 hier die Jüdische Bühne gegründet.(25) Nach der Schoah, die Sevilla Pastor in einem Internierungslager übelebte, wurden 1948 in Jassy und Bukarest wieder jiddische Theater eröffnet; die Spielstätte in Jassy wurde allerdings am Beginn der 1960er Jahre wieder geschlossen. In Rumänien blieben die Zeiten für jiddisches Theater schwer, es wurde versucht, es massiv propagandistisch einzusetzen und es unterlag der Zensur; dazu kam die massive Abwanderung der Juden aus Rumänien.(26) Sprachschwierigkeiten, besonders der Mangel an jiddischsprachigen Schauspielern und eines entsprechenden Publikums sind bis heute Probleme des Bukarester Jüdischen Theaters.(27)

Das große Los oder Der große Gewinn von Scholem Alejchem ist eine jener Komödien, in der gezeigt wird, wie Geld aus gutmütigen Menschen Tyrannen macht; hier allerdings auf sehr humoristische und sanfte Art, und es geht auch alles gut aus. Zu Das große Los schrieb "bp." in der Presse eine Rezension, in der er sich mit jiddischem Theater im Kontext der allgemeinen Theaterwelt auseinandersetzte, er verglich Scholem Alejchems Texte mit Johann Nestroys Theaterstücken und der Commedia dell'arte. Auch auf die jiddische Sprache und den Anspruch des heutigen Theaterbesuchers wurde eingegangen, der, nach dieser Besprechung, nicht unbedingt erfüllt wurde:

"Für Amerikaner oder Israelis mag das 'Jiddische' als eine Art verbindend vertrautes Lebensgefühl, vielschichtig, voller Zwischentöne ein Stück Heimat bedeuten – auch so ein Geist, der weht, wo er will, Erinnerung an Holocaust und Vernichtung, aber auch Symbol für Leben, Überleben, unzerstörbare Vitalität. Als Außenseiter dieser Kultur, als kritischer Theatermensch, kann man den altmodisch-folkloristischen Anstrich dieser von Harry Eliad inszenierten Aufführung schwerlich übersehen: von den Mini-Mundus-Tournee Kulissen über die Kostüme bis zum leise angegrauten braven Lustspielstil."(28)

Nach den Bukarestern kamen Gäste aus Warschau: Im November 2000 zeigte das Ester Rachel Kaminska Staatliches Jüdisches Theater Warschau seine Kunst in Wien, wo es im Rahmen der Jiddischen Theaterwoche im Theater Akzent auftrat. Wie das Bukarester Jiddische Theater kann auch das Jiddische Theater Warschau auf eine reiche Geschichte und Tradition zurückblicken.(29) Schon im 19. Jahrhundert soll es hier ein jüdisches Theater gegeben haben; gesichert ist der Bau des jüdischen Theaters Elizeum im Jahr 1912, von Abraham Isaak Kaminski, das durch seine Frau, die Schauspielerin Esther Rachel Kaminska, Berühmtheit und Weltgeltung errang. Ihre Tochter Ida Kaminska führte die Tradition der Eltern während der Zeit zwischen den Kriegen weiter; ab 1949 leitete sie das Staatliche Jüdische Theater, das seit 1955 seinen Sitz in Warschau hat (vorher Lodz und Breslau). Zu den Problemen mit der Sprache und dem Publikum kam hier auch das Problem des beschränkten Repertoires; antizionistische Wellen und Verfolgungen führten weiters dazu, dass Ida Kaminska 1968 mit ihrer Familie Polen verließ. Die Leitung übernahm nun der Schauspieler und Regisseur Szymon Szurmiej, der sie auch 2000 innehatte.(30) In diesem Jahr wurden in Wien "Bonjour Monsieur Chagall", "ein musikalischer Bilderreigen" sowie "Der Troubadour aus Galizien", ein Musical von Mordechaj Gebirtig, gezeigt. In Zusammenhang mit "Bonjour Monsieur Chagall" wurde auf die "Versunkene Sprachwelt", so der Titel der Kritik, hingewiesen, auf den Künstler Marc Chagall und die "ausgerottete Welt", aus der er stammte, ferner wurde das Problem des fehlenden Publikums angesprochen:

"Wer genau das Zielpublikum dafür ist, ist nicht ganz klar, denn eine säkulare jiddische Kultur […] gibt es heute nicht mehr. Die Ultraorthodoxen, bei denen das Jiddische weiterlebt, können mit einem Musical wohl wenig anfangen. Und für den nicht Jiddischsprachigen ist es etwas frustierend, fast nichts zu verstehen, wenn auch die Musik und der Gesang a la 'Anatevka' durchaus ansprechend sind."(31)

2001 gastierte erneut das Yiddishpiel Tel Aviv im Theater Akzent, mit Das Herz sehnt sich nach Liedern, einer "Reise durch die Liederwelt des Mordechai Gebirtig, für das Theater neu bearbeitet von Joshua Sobol", und Gut Jomtev – Jiddisch, einem "kabarettistischen Streifzug durch die Geschichte des Staates Israel von Shmuel Atzmon". Milli Segal, eine der Organisatorinnen der Jüdischen Theaterwoche, berichtete über das Yiddishpiel und die jiddische Theaterwoche in Wien in den Salzburger Nachrichten, 13.10.2001.(32) Zu Gut Jomtev – Jiddisch heißt es im Programmheft: "Anlässlich des 50. Jubiläums des Staates Israel (1998) und des 10. Jubiläums des Yiddishpiel Theaters wurde eine farbenfrohe und witzige Revue aus den Highlights der letzten fünfzig Jahre zusammengestellt."(33) Der genaue Ablauf des Programms ist im Folgenden zu lesen, darunter Lieder wie "Mutter sein". Nach meiner Erinnerung bestand der Abend aus einer Abfolge von Sketchen und Liedern, die wie "Mutter sein" ohne Ironie oder darstellerische Finesen an der Rampe gesungen wurden.

2002 war wieder das Yiddish Theatre of the Saidye Bronfman Centre Montreal – Leitung: Bryna Wasserman – in Wien zu sehen, mit Double IdentityShver zu sajn a Jid nach Schalom Alejchem und Grine Felder von Peretz Hirschbein. Außer einer Ankündigung in der Wiener Zeitung(34) fanden sich keine Kritiken zu diesen Produktionen.(35) Erst wieder 2003, als das Yiddishpiel Der SchutzengelSejn Numen is Benjamin von Ephraim Kishon sowie Jahrmarkt des LachensA Jerid Fun Gelechter von Josef Tunkel zeigte, berichtete  Margarete Affenzeller im Standard kurz über das Ziel des Ensembles und beschrieb auch das Stück. Als Abschluß ist zu lesen: "Von der väterlichen Erzählung des Teeverkäufers umrahmt, schrieb der Abend märchenhaft eine Wirklichkeit groß, die so klassisch ist, dass sie langweilt, deren hartnäckige Umsetzung aber auch Gefallen fand."(36) Ähnlich marginal fiel die Rezeption der jiddischen Theaterwoche 2004 aus, bei der das Yiddish Theatre of the Saidye Bronfman Centre Montreal wieder auftrat, diesmal mit Anatevka von Joseph Stein, Jerrry Bock und Sheldon Harnik und dem schon bekannten Musical On 2nd Avenue von Zalmen Mlotek und Moishe Rosenfeld. Zu Anatevka war in der Presse vom 11.11.2004 zu lesen, dass das jiddische Theater einen "Milchmann mit Charme der Patina" zeige:

"Die Sprache mit der gewissen Patina verlieh dem Stück über den Zwiespalt zwischen Tradition und Zeitenwende einen besonderen Charme. Es entführt in eine Zeit, als der Rabbi über einen Mann, der sagt: 'Auch Frauen müssen lernen – sind auch Menschen' noch ausrief: 'Oi, ein Radikaler!' Dem fortwährend lauernden Wortwitz zu folgen ist dabei allerdings nicht immer einfach, auch wenn eine Simultanübersetzung geboten wird."(37)

Erst 2006 gastierte erneut das jiddische Theaterensemble aus Montreal, dieses Mal mit Schalom Aschs Der Gott der Rache sowie der "musikalischen Revue mit Melodien und humoristischen Geschichten aus dem Shtetl" Those Were The Days, von Zalmen Mlotek und Moishe Rosenfeld. Die Inszenierung von Gott der Rache, eines theaterhistorisch sehr interessanten Dramas, das als eines der ersten Theatertexte eine homosexuelle Szene zeigte, war durchaus sehenswert und sprach auch das Publikum an, Kritiken erschienen meines Wissens aber keine.(38)

Zwischen 5. und 26. Mai 2007, als die Stadt Bukarest sich mit einem Kulturfestival in Wien präsentierte, fand ein Gastspiel des Jiddischen Theaters Bukarest im stadtTheater Walfischgasse statt, mit dem üblichen folkloristischen Repertoire. Eine Besprechung dieses Gastspiels erschien in der jüdischen Kulturzeitschrift David, Heft 74, September 2007, von Andreas Alex. Holzmann, mit dem Titel "Ein professionelles Ensemble". Gespielt wurde Menachem Mendel, der Geschäftsmann, Musical nach Scholem Alejchem und Der, der die Watschen kriegt, Drama von Leonid Andrejew, beide wurden in der Rezension ausführlich und mit Zitaten beschrieben. Zu Menachem Mendel hieß es: "Ein gelungener Abend des Jüdischen Staatstheater-Ensembles, das mit anhaltendem rhythmischen Applaus belohnt wurde." Zum 2. Abend: "Das Bühnenbild und die herrlichen Kostüme [...] trugen in nicht geringem Maße zum Gelingen dieses zweiten Abends bei. Auch diesmal gab es viel Applaus. Das Bukarester Jüdische Staatstheater [...] ist ein bemerkenswert professionelles Ensemble!"(39)

Anläßlich der Jiddischen Kulturtage im Freien Theater Wieden, vom 8. bis 14.10.2007, hieß es in der Ankündigung: "Das Format Theater wurde jedoch zu eng und soll heuer zum ersten Mal erweitert werden, um den Bereichen Klezmer und Jiddisches Kabarett Platz zu machen."

 

Resümee:

Zu Beginn der jährlichen Gastspiele war von Seiten der Printmedien (recherchiert wurde vor allem in den Tageszeitungen Der Standard, Die Presse und Wiener Zeitung) reges Interesse an den Produktionen der jiddischen Ensembles vorhanden, es erschienen teilweise recht genaue Auseinandersetzungen mit jiddischer Sprache und jiddischem Theater. Sehr bald aber wurde eine kritische Distanz zum Schauspielstil und den Inszenierungen deutlich, wenn auch in sehr zurückhaltender Form: Es wurden keine negativen Rezensionen publiziert, aber doch angedeutet, dass diese Theaterform und vor allem die Art seiner Präsentation als veraltet empfunden wurde.(40) Ab etwa 2002 ließ das Interesse der TageszeitungskritikerInnen stark nach, aus den letzten Jahren konnten nur wenige Kritiken gefunden werden.

Jiddisches Theater war nie ein besonders avantgardistisches oder forciert modernes Theater, sein Reiz basierte und basiert zum Großteil auf nostalgischen Darstellungen eines traditionellen jüdischen Lebens, auf Musik und auf "leichter" Unterhaltung. Die entsprechenden Theaterstücke und Musicals gehören zum Repertoire der oben genannten jiddischen Truppen. Wenn man sich aber genauer mit deren Spielplan auseinandersetzt, stellt man fest, dass diese auch sehr anspruchsvolle Dramen und Inszenierungen (in ihren Stammhäusern) im Programm haben, sie aber nicht oder kaum (eine Ausnahme ist etwa die Gott der Rache Inszenierung des Yiddish Theatre Montreal) in Wien zeigten.

Hier spiegeln sich wohl zwei Faktoren: zum einen, dass es vermutlich einfacher ist, nostalgische und folkloristische Produktionen mit Nummernprinzip im Rahmen eines Gastspiels zu zeigen, da diese keine aufwendige Ausstattung brauchen; zum zweiten, dass der Anspruch der Gastgeber darin bestand, eben solch ein nostalgisches und traditionelles jiddisches Theater in Wien zu zeigen.

Dennoch sollte sich ein Bewußtsein darüber herausbilden, dass die im Rahmen der Jüdischen Theaterwoche in Wien gezeigten Inszenierungen teilweise nicht mehr den Anforderungen eines heutigen Theaterpublikums entsprechen, sie bieten vielmehr eine Art "Museums-Theater", das bestenfalls für Nostalgiker und Theaterhistoriker interessant ist.

Klar ist jedenfalls, dass diese Beschränkung des jiddischen Theaters auf folkloristische Inszenierungen nicht notwendig wäre, denn die jiddische Dramatik ist sehr reichhaltig und teilweise sehr theatralisch; um heute im Theater reüssieren zu können, müsste mit diesen Texten und ihrer Musik allerdings auf anderer Ebene umgegangen werden. Konventionelle, auf Realismus basierende Inszenierungen können nicht funktionieren, bringen "bloß" ein Theater hervor, das museal wirkt. Eine genaue Auseinandersetzung mit den Texten zeigt, dass sehr viel mehr in ihnen steckt, das allerdings mit zeitgemäßen darstellerischen, musikalischen und performativen Ansätzen herausgeholt werden müsste.

Der Blick auf die Schoah und auf die ermordeten Träger der jiddischen Sprache und Kultur sollte nicht den Blick auf deren kulturelle Hervorbringungen verstellen, auch wenn Distanz und Ironie als Herangehensweisen an diese notwendig sind, um sie heute zeitgemäß einem anspruchsvollen Publikum wieder nahezubringen. Man könnte diesen Anspruch auch folgendermaßen formulieren: es wird Zeit, "Vom Sockel des Gedenkens [zu] steigen",(41) und den jiddischen Theatertexten das Interesse und Engagement zukommen zu lassen, das diese verdienen, denn dann könnten auch in Wien interessante Inszenierungen zu sehen sein.

Als ein Beispiel einer Auseinandersetzung mit traditionellen jiddischen Theater und jiddischen Texten, aber mit heutigen Ansätzen ist etwa das Ziel des New Worlds Theatre Project, gegründet 2005 in New York, zu nennen, das versucht, die jiddische dramatische Literatur zu entdecken und zu erhalten. Diese Stücke, so meinen die Initiatoren des Projekts, zeigten eine traditionelle Gesellschaft und deren Auseinandersetzung mit der Moderne und Modernität, also Probleme, die in der multikulturellen Gesellschaft heute wieder vorhanden seien. Ziel ist es auch, die jiddische Dramatik bekannt zu machen und zu zeigen, dass und wie diese Teil der dramatischen Literatur ist, und erreicht werden soll dieses Ziel unter anderen auch durch Übersetzungen aus dem Jiddischen, sowie professionellen Lesungen und Inszenierungen der Theatertexte.

Daß solche Herangehensweisen die jüdische und nichtjüdische Theaterszene bereichern, zeigen Theaterereignisse wie etwa Barrie Koskys Jewtopia-Trilogie, Schauspielhaus Wien 2002 bis 2005, oder Nicht mehr hier... "Eine schauspielerische Hommage an Abisch Meisels (1896-1959) und das vergessene und noch heute verdrängte jüdische Theater in Wien", päsentiert vom Jüdischen Theater Austria 2005, oder auch die im Rahmen des Tikkun Olam Jewish Theatre Festivals gezeigten jüdischen Produktionen aus aller Welt, wie sie 2007 in Wien zu sehen waren.


Anmerkungen:

1 Vgl. Dalinger, Brigitte. "Verloschene Sterne". Geschichte des jüdischen Theaters in Wien. Wien: Picus, 1998, 142ff.
2 Diese Darstellung folgt: Stefan Fak und Birgit Fischer: Die jüdische Bühne in Hernals als Beispiel kultureller Aktivitäten jüdischer DPs in Österreich. Abschlußarbeit zur Arbeitsgemeinschaft "Theater und Politik nach 1945", geleitet von Evelyn Deutsch-Schreiner und Anton Staudinger, WS 1993/94, SS 1994, Wien September 1994 (unveröffentlichte Arbeit). Im Anhang finden sich genaue Angaben zu Spielzeit, Mitarbeitern und Spielplan dieses jiddischen Ensembles.
3 Vgl. dazu Materialen im Archiv des Leo Baeck Institute New York, Jewish Theatre Coll. Soweit mir bekannt, wurden die theatralen Tätigkeiten in den DP-Camps noch nicht aufgearbeitet.
4 Vgl. Fak, Fischer, Die Jüdische Bühne in Hernals, 8ff.
5 Vgl. Fak, Fischer, Die Jüdische Bühne in Hernals, 12f., 15.
6 Ein Ben Zion Tomer (Teitelbaum) wird als Autor des Stückes Children of the Shadow, einer Produktion des Yiddishpiels Tel Aviv, genannt. Vgl.http://www.yiddishpiel.co.il/eng._default.asp [Zugriff 6.12.2007].
7 Vgl. Fak, Fischer, Die Jüdische Bühne in Hernals, 17f.
8 Vgl. "bp." Jiddischer Nestroy aus Bukarest, in: Die Presse, 15.10.1999.
9 Zum 10-jährigen Bestand der Jüdischen Theaterwoche in Wien erschien die sehr schön gestaltete Dokumentation 10 Jahre Jiddisches Theater in Wien, herausgegeben von Milli Segal und Brigitte Ungar-Klein. Wien: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, 2004.
10 Vgl. http://www.yiddishpiel.co.il/eng._default.asp [Zugriff 16.06.2008].
11 (seg/poh): Hohe Kunst der Umgangssprache, in: Der Standard, 4./5.11.1995.
12 (seg/poh): Hohe Kunst der Umgangssprache, in: Der Standard, 4./5.11.1995.
13 (poh): Komik mit tragischem Finale: Jiddisches Theater in Wien, in: Der Standard, 7.11.1995 [Hervorhebung im Original].
14 Vgl. Berkowitz, Joel. Shakespeare on the American Yiddish Stage, Iowa: University of Iowa Press, 2002, 54ff.
15 Waldner, Hansjörg. Doch es ist kein Geld mehr da, in: Der Standard, 4.11.1996.
16 Waldner, Hansjörg. Doch es ist kein Geld mehr da, in: Der Standard, 4.11.1996.
17 Ähnliches war in der Neuen Kronen Zeitung, 5.11.1996, zu lesen, von Oliver A. Lang: "Da braucht man die deutsche Simultanübersetzung gar nicht, um der Handlung folgen zu können."
18 Vgl. Homepage des Dora Wasserman Yiddish Theatre, http://www.saidyebronfman.org/yiddish/yit_Dora.html [Zugriff 16.06.2008].
19 http://www.saidyebronfman.org/yiddish/yit_Dora.html [Zugriff 16.06.2008].
20 Vgl. http://www.saidyebronfman.org/yiddish/yit_director .html [Zugriff 16.06.2008].
21 Schmid, Manfred A. Rabenhof: Jiddische Theaterwoche. Vom Stetl zum Broadway, in: Wiener Zeitung, 5.11.1998.
22 Vgl. Steiner, Bettina: Hexen und Diven im Schtetl und in New York, in: Die Presse, 5.11.1998. Eine Beschreibung des Musicals als "flinke Revue" findet sich auch in der Kronen Zeitung, verfaßt von Oliver A. Lang.
23 Schmid, Manfred A. Jiddische Theaterwoche: 'Der Dybbuk'. Chassidische Seelenwanderung, in: Wiener Zeitung, 5.11.1998.
24 [o.A.] Nachgeholte Vereinigung, in: Die Presse, 9.11.1998.
25 Vgl. Dalinger, "Verloschene Sterne", 47.
26 Vgl. Zu diesem Themenkomplex vgl. Grözinger, Elvira. Die jiddische Kultur im Schatten der Diktaturen. Israel Bercovici – Leben und Werk. Berlin, Wien: philo, 2002.
27 Vgl. Jüdisches Theater hat hier Tradition. Gespräch mit dem Intendanten Harry Eliad in Bukarest. In: David. Jüdische Kulturzeitschrift. http://david.juden.at/kulturzeitschrift/70-75/72-interview.htm. [Zugriff 16.06.2008].
28 Vgl. "bp." Jiddischer Nestroy aus Bukarest, in: Die Presse, 15.10.1999.
29 Vgl. das Kapitel: "Zwischen Bukarest und Warschau – Konkurrenz und Wettstreit", in: Grözinger, Die jiddische Kultur, 343ff.
30 Vgl. Hartmann, Karl. Das Jüdische Theater in Polen, in: Emuna. Horizonte. Zur Diskussion über Israel und das Judentum, Jg. VI, Nr. 1, Jänner 1971, 34-50, hier: 34, 35, 40, 49f.
31 "dr", Versunkene Sprachwelt, in: Die Presse, 10.10.2000.
32 Vgl. Segal, Milli. Das Herz sehnt sich nach Liedern, in: Salzburger Nachrichten, 13.10.2001.
33 Yiddishpiel Theater Tel Aviv, Programmheft 2001, hg.v. Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung.
34 Wiener Zeitung, 10.10.2002.
35 Weder in der Presse noch in Der Standard.
36 Affenzeller, Margarete. Im Ministerium der Doppelzungen, in: Der Standard, 25./26.10.2003.
37 Cb. Jiddisches Theater: Milchmann mit Charme der Patina, in: Die Presse, 11.11.2004, zitiert nach: >http://www.diepresse.com/home/kultur/news/182554/print.do< [ Zugriff 29.11.2007].
38 Ankündigungen finden sich in Der Standard, 6.11.2006; Die Presse, 9.11.06.
39 Holzmann, Andreas Alex. Ein professionelles Ensemble, in: David, Heft 74, September 2007. Zitiert nach: >http://www.david.juden.at/kulturzeitschrift/70-75/74-holzmann.htm< [Zugriff 06.12.07].
40 Nach einer Kritikenanalyse von Elvira Grözinger war dies bereits anläßlich des Gastspieles des Bukarester Jüdischen Theaters 1979 in Wien der Fall. Vgl. Grözinger, Die jiddische Kultur, 350-358.
41 Titel des Beitrags von Jan-Hendrik Wulf über die Jüdischen Kulturtage in Berlin 2003, bei denen u.a. das Jiddische Staatstheater Bukarest auftrat. Jan-Hendrik Wulf; Vom Sockel des Gedenkens steigen, in: taz, Berlin, 27.11.2003, zitiert nach: >http://www.israeli-art.com/meshulash/meschulasch/presse-taz.htm<, [Zugriff 06.12.07].

2.4. Jiddisch auf der internationalen Bühne im 21. Jahrhundert, auf dem Gebiet der Erziehung, Bildung und Kunst

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For quotation purposes:
Brigitte Dalinger: "Chassidische Seelenwanderung" und "Brachial-Boulevard": Zur Rezeption jiddischer Theatergastspiele in Wien nach 1945 - In: TRANS. Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften. No. 17/2008. WWW: http://www.inst.at/trans/17Nr/2-4/2-4_dalinger.htm

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