Trans Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften 2. Nr. November 1997

EDITORIAL

Mit TRANS 2 liegen nun 17 weitere Beiträge (insgesamt: 22), 4 Begrüßungen, die Berichte der Sektionen und die Resolution in Deutsch, Englisch und Französisch vor.

Insgesamt nahmen an der Konferenz in Innsbruck 250 WissenschafterInnen aus 50 Ländern (davon - ohne Begrüßungen usw.- über 100 ReferentInnen) teil. Weitere Beiträge zur Konferenz werden 1998 in TRANS 3 und 4 veröffentlicht.

Die Konferenz begann mit Plenar-Referaten, an die sich die Sektionen, die Beratungen zu den Ergebnissen der Sektionen und die Zusammenfassung der Konferenzergebnisse im Plenum in einer Resolution anschlossen.

Wichtig ist, daß es nicht nur einen breiten Vorbereitungsprozeß gab, sich im Rahmen der Konferenz KollegInnen aus unterschiedlichen Ländern kennenlernten, sondern vor allem in einem intensiven Prozeß nicht einfach Referat an Referat gereiht, sondern versucht wurde, die aufgrund der jeweiligen biographisch-kulturellen Hintergründe, der Fachdisziplin usw. recht unterschiedlichen Sichtweisen zu einem gemeinsamen Ergebnis zusammenzufassen.

Dieser Versuch glückte aus verschiedensten Gründen unterschiedlich. Probleme waren unter anderem, daß nicht alle TeilnehmerInnen während der gesamten Konferenz in Innsbruck anwesend sein konnten, manche die Arbeitsgruppen wechselten bzw. die Anregung der Stadträtin von Innsbruck, Zach, zu wörtlich nahmen oder einfach in ihrer Skepsis verharrten und somit Gewohntes nicht oder erst im Abschlußplenum oder in der Reflexion zur Konferenz überwinden konnten. Für die Konferenz in Debrecen wurden daher einige Schlußfolgerungen gezogen: mehr Plenen, um die Gespräche und Kontaktaufnahmen nach der Arbeit zu erleichtern, kleinere Gruppen, um eine intensivere Diskussion zu ermöglichen, Simultan-Übersetzungen zumindestens in den Plenen, um die Verständigung zu erleichtern und den Kreis zu erweitern, Nutzung der Homepage, um schneller Ergebnisse zur Verfügung zu stellen und den Vorbereitungsprozeß noch breiter zu gestalten. Außerdem sind die Vorbereitungsarbeiten diesmal bereits weiter vorangeschritten, als dies bei den bisherigen Konferenzen der Fall war, weil andere Voraussetzungen diese Arbeiten wesentlich erleichtern.

Bei der Publikation der Konferenz-Beiträge wurde diesmal auch darauf geachtet, daß - unter Nutzung der Internet-Technologie - verschiedene Zugänge möglich sind. LeserInnen können unter "Inhaltsverzeichnisse" die AutorInnen von TRANS nach Nummern in alphabetischer Reihenfolge finden, unter "Alphabetisches Verzeichnis aller AutorInnen" jene, die bisher in TRANS publizierten, unter "Sektionen" wird die Konferenzstruktur wiedergegeben und Sie können - soweit bereits vorhanden - die Beiträge nach Sektionen abrufen. Unter "Inhaltsverzeichnisse" (Nr.2) ist es auch möglich, unter "Begrüßungen", "Plenum", "Arbeitsberichte", "Resolution" weitere Arbeitsbereiche abzufragen. (Bei der Veröffentlichung von TRANS3 werden diese Verzeichnisse entsprechend ergänzt werden.) Damit besteht die Wahlmöglichkeit, einerseits speziellen Interessen nachzugehen, andererseits die komplexen Prozesse der Konferenz zumindestens teilweise nachzuvollziehen.

Der Redakteur dieser Nummer ist Herbert Arlt. Beseitigung von Viren auf Disketten, Korrekturen und Korrektureinarbeitungen u.v.a. wurden von Jana Czipin, Gudrun Pürrer und Andrea Rosenauer (alle Wien) vorgenommen. Sie haben auch TRANS2 gestaltet. Transliterierungen, die notwendig waren, weil anzunehmen ist, daß eine Vielzahl von Browsern eine Mischung aus lateinischen und kyrillischen Buchstaben nicht lesbar machen können sowie die Korrektur der Beiträge von A.M. Naumenko und Peter Rychlo wurden von Carmen Sippl (Salzburg) dankenswerterweise in kürzester Zeit erledigt. Die Verantwortung für die Richtigkeit der Zitate verbleibt (vor allem weil sie per Diskette oder als File via Email geliefert wurden) voll und ganz bei den AutorInnen. Die Resolution wurde von Getrude Durusoy (Izmir) ins Französische, von Multilingua (Wien) (ebenso wie "Zu TRANS") ins Englische übersetzt.

Trotz aller Probleme, die bei dieser Konferenz aufgetreten sind, hat sich die Struktur der Vielfältigkeit und der gemeinsamen Beratungen grundsätzlich bewährt. Allen, die diese Konferenz vorbereitet, finanziell ermöglicht, bei der Durchführung geholfen, sich auf vielfältige Weise an der Erarbeitung der Konferenzergebnisse und deren Verbreitung beteiligt haben, sei an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt.

Mit TRANS1-4 wird die Möglichkeit geboten (werden), nicht nur Beiträge usw. zu lesen, sondern sich interaktiv mit AutorInnen und OrganisatorInnen via Email (soweit vorhanden) in Verbindung zu setzen. In TRANS finden Sie auch ein Verzeichnis von Internet-Zeitschriften, das von Jana Czipin (Wien) erstellt wurde, unter dem Verzeichnis auf der Startseite der Homepage Suchhilfen bei der Auffindung von Informationsquellen im Internet, die von Andrea Rosenauer (Wien) zusammengestellt wurden.

Bereits jetzt werden die Angebote des INST via Homepage bis zu 3000 Mal im Monat über Hosts von allen Kontinenten genutzt und weitere Steigerungen sind zu erwarten. Damit besteht die Möglichkeit, nicht nur strukturell, sondern auch von der Breite der Rezeption her mit TRANS in neue Dimensionen der Wissenschaftskommunikation vorzustoßen.

Eine eigene Diskussionsliste soll 1998 voraussichtlich ebenfalls im Rahmen der Homepage angelegt werden, sodaß die Interaktivität, die nach der Konferenz auch in verschiedensten Kooperationen zum Ausdruck kam, noch in Breite und Qualität verbessert werden kann.

Da die Konferenz nicht nur eine akademische Beratung war, sondern auch auf eine breite Öffentlichkeit zielte, ist erfreulich, daß Berichte in Österreich, der Bundesrepublik Deutschland, Rumänien, Indien und anderen Ländern erschienen. Von den Ergebnissen wurden in der Zwischenzeit auch einschlägige Stellen in Österreich (z.T. kamen sogar Anfragen), die Botschaften europäischer Länder in Wien, die EU und die UNESCO informiert. Auf einer Presse- und Informations-Konferenz in Wien am 4.12.1997 soll die Informationsbasis nochmals verbreitert werden.

Gerade die Beiträge zur Konferenz, die Arbeitsberichte, die Resolution zeigen, wie wichtig es für die notwendigen Veränderung in Wissenschaft und Forschung ist, gemeinsame Foren zu haben. Einzelne Versuche zu grundsätzlichen Lösungen im Sinne der Plenarreferate mittels Publikationen, Reformen an einzelnen Universitäten, in einzelnen Ländern, mit Appellen, von oben herab zu gelangen, sind bisher weitgehend gescheitert. Wir hoffen daher, daß das Angebot des INST mit TRANS, den folgenden Konferenzen (Debrecen: 29.9.-3.10.1998, Paris: 1999, Bergen/Norwegen: 2000, New Delhi: 2001) sowie der Ausstellung zum Thema "Kulturwissenschaften und Europa" angenommen wird. Nur breiteste, grenzüberschreitende Foren von Wissenschaft, Informationseinrichtungen (Bibliotheken, Archive usw.), Medien, Politik, verschiedensten gesellschaftlichen Organisationen und Einrichtungen sowie ein breites, öffentlich artikuliertes Interesse werden gewährleisten können, daß aus der gegenwärtigen Krise der Geisteswissenschaften kein Verfall wird bzw. nicht nur produktive Schlußfolgerungen gezogen werden, sondern es auch zu (finanzierten) Veränderungen kommt. Der Weg dorthin wird weit sein. Ein wesentliches Stichdatum könnte das Jahr 2003 (Beginn des Sechsten Rahmenprogramms der EU) sein. Als ein erster "Probegalopp" in diese Richtung könnte die Konferenz in Innsbruck angesehen werden.

© Herbert Arlt (Wien)

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