Editorial

16.12.2018

Die Sprachen der INST-Homepage sind seit 1996 die UN-Sprachen plus Deutsch. Seit der Gründung von TRANS wurden Beiträge im Wesentlichen in Deutsch, Englisch und Französisch publiziert.
Fallweise wurden in der INST-Kommunikation auch andere Sprachen im Rahmen von INST-Konferenzen und deren (gedruckter) Kommunikation verwendet: darunter Italienisch, Russisch, Spanisch, Ukrainisch, Ungarisch. In TRANS 25 wird zumindest Türkisch dazu kommen.
Mit TRANS 22 und TRANS 23 werden die Publikationssprachen um Arabisch erweitert, da dies den Konferenzsprachen an der Universität Oran 2 entsprach. Die Konferenzen fanden vom 23. bis 25. April 2017  (Programm) und vom 10.-14.3.2018 (Programm) an der Universität Oran 2 statt.
Es waren wichtige Konferenzen mit einer grundsätzlichen Bedeutung für Algerien, aber auch für den Mittelmeerraum. Berichte dazu wurden von verschiedenen Fernsehsendern und Tageszeitungen veröffentlicht. 93 Beiträge wurden in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch in TRANS 22 publiziert und dann noch weitere Beiträge hinzugefügt.
Weiters spielen diese Ausgaben von TRANS eine Rolle im Vorfeld des Afrika Forums, das am 18. Dezember 2018 im Rahmen der Österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in Wien tagen wird. Und es gibt auch Korrelationen zum Flagship Quantum der EU: https://qt.eu/

Dass Deutsch im Rahmen von Projekten, an denen über 10.000 WissenschafterInnen aus über 100 Ländern beteiligt sind, eine derartig wichtige Rolle spielt, hat sowohl mit der Tradition als auch mit der Gegenwart zu tun. In der Vergangenheit war Deutsch vielfach die Sprache, die mit Modernisierungen einherging – zum Beispiel in Russland oder in Japan. Auch wenn die Zeichen dieser Sprachen keine lateinischen Zeichen sind, so wurden eine Vielzahl von Wörtern aus dem Deutschen entnommen, wie dies immer im Falle eines Wissenstransfers der Fall ist. Dagegen gehen die nationalistischen Strategien seit dem 19. Jahrhundert auch mit einer Einschränkung des Wissenstransfers einher.

Im 21. Jahrhundert ist es die Quantentechnologie, die eine Vielzahl von Wörtern in einer Vielzahl von Sprachen aufscheinen lässt. Dabei sind diese Wege oft recht verschlungen. So hatte James Joyce auf einem Markt in Freiburg in Deutschland das Wort Quark gehört. Im Roman von James Joyce „Finnegans Wake“ scheint dieses auf. Daraus wurde es von Murray Gell-Mann entnommen, der den Begriff Quarks prägte. Dieser Begriff wird nun weltweit verwendet.

Dagegen ist im Bereich der Digitaltechnik das Englisch führend. Das geht nicht zuletzt darauf zurück, weil in der Europäischen Union bis heute der Charakter der Digitalität weder in seinen Möglichkeiten noch in seinen Beschränkungen erfasst wird. Vielmehr wurde versucht, das Analoge im Digitalen zu reproduzieren. Die Bedeutung der offenen Suchmaschinen wurde jedoch zunächst nicht erkannt, weil dies den Standards der Bibliotheken (Zettelkataloge) und der Wissenssteuerung nicht entsprach. Diese Form des Autoritarismus setzt sich nun auch im Bereich der Quantentechnologie fort, indem versucht wird, auf der Basis von Numerik und Algorithmen die Digitalität zu beschleunigen bzw. werden die Möglichkeiten der Quantentechnologie auf die Strukturen der Numerik und Algorithmen beschränkt.

Alternativ zu den Konstrukten des Nationalismus und des Schwarz-Weiß-Denkens (jenseits von 0 und 1) wurden andere Projekte entwickelt. Darunter das Weltprojekt der Berge, das in etlichen TRANS-Nummern eine Rolle spielt. Ein Teilbereich davon ist das Digitale Weltmuseum der Berge. Im Kontext des Projektes Digitales Weltmuseum der Berge wurde 2018 auch eine Expedition in die Tassili Region durchgeführt. Die Basissprachen für dieses Projekt sind Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch. Laufend werden dazu Beiträge in TRANS 23 publiziert – zu einem Projekt des Polylogzentrums.

Ein Grundgedanke der Edierung von TRANS ist, trotz der Sprachenvielfalt eine gemeinsame Kommunikationsebene zu schaffen. Dies soll über die Abstracts, aber auch auf der Basis von Überblicksdarstellungen ermöglicht werden. Es geht daher nicht um eine Summierung einer Vielzahl von Sprachen, sondern um einen Polylog, der die Realität der Sprachprozesse berücksichtigt. Und das bedeutet die wechselseitige Beeinflussung von Sprachen auf der Basis von Wissenstransfers.

Mit TRANS 25 sollen einige von denjenigen gewürdigt werden, die in dieser wissenschaftlichen Diskussion – der Herausbildung eines Polylogs – eine herausragende Rolle spielten. Mit Stand vom Dezember 2018 sind dies: Univ.Prof.Dr. Knut Ove Arntzen (Bergen/ Norwegen), Univ.Prof.Dr. Alexander Belobratow (St. Petersburg), Univ.Prof.Dr. Anil Bhatti (New Delhi), Univ.Prof.in Dr.in Gertrude Durusoy (+), Univ.Prof.Dr. George Guţu (Bukarest), Univ.Prof.Dr. Vilayet Hajiyev (Baku), Prof.Dr. Arne Haselbach (+), Univ.Prof.Dr. Peter Horn (Johannesburg), Univ.Prof.in Aleya Khattab (Kairo), Univ.Prof.Dr. Naoji Kimura (Tokio), Univ.Prof.Dr. Lichtmann (Budapest), Univ.Prof.Dr. Aoussine Seddiki (Aïn Khedidja | Mers El Kebir), Univ.Prof.Dr. David Simo (Yaounde), Univ.Prof.Dr. Zhang Yushu (Beijing). Dazu kommen rund 50 Dokumentationsgespräche seit den 1980er Jahren (z.B. mit Univ.Prof.Dr. Eduard Goldstücker, Univ.Prof.Dr. Kurt Krolop, Univ.Doz.Prof.Dr. Herbert Steiner), die bereits gedruckt vorliegen, sowie Filmaufnahmen (Gespräche mit 12 WissenschafterInnen zu ihren Arbeiten) und anderes.

Es sollen damit auch die Kontexte verständlich gemacht werden: der Art der Beteiligung bzw. Gestaltung von Foren der UNESCO, der EU, in Ostasien, Zentralafrika, Nordafrika, Lateinamerika, den USA und auch im Rahmen einer Globalisierung mit menschlichem Antlitz von Wissenschaft als Wissenschaft. Sie stellen eine Besonderheit dar in den Versuchen der Synergiebildung, der Nutzung neuer Technologien, der Gestaltung von gesellschaftlichen Prozessen durch Vorschläge.

Im Zentrum dieser Foren standen Sprachen, Literaturen, Künste, Wissenschaft, Forschung, Wissensproduktionen – nicht zuletzt im Kontext neuer Technologien wie der Digitalisierung sowie der Quantentechnologien, zu denen aus diesen Kreisen etliches Grundlegendes beigetragen wurde und wird. Davon gingen wesentliche Impulse aus – wie zum Beispiel zu den offenen Suchmaschinen, der Errichtung von Europa Instituten, der Kulturresolution der EU, zur Strukturierung der Quantenforschung.

Wiss.Dir.Dr. Herbert Arlt
Herausgeber

Erste Fassung: 2.5.2017
Weitere Fassungen: 9.8.2017, 10.2., 4.4., 26.9., 27.9., 23.10., 25.10.2018